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Treffen der Generationen
Treffen der Generationen. Foto: Racorn/Shutterstock.com

Fakt ist: Nicht „die“ müssen sich an die „Alten“ anpassen, sondern es ist eher umgekehrt. Oft vergessen Chefs, dass sich motivierte und gute Mitarbeiter mittlerweile den Job aussuchen können und überall gerne genommen werden. Auch ohne direkte fachliche Ausbildung hat man heutzutage viele Chancen, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen. Abgesehen von Berufen, für die man eine extrem starke Lernbereitschaft haben muss, wie zum Beispiel Arzt oder Anwalt.

Hinzu kommt, dass durch die weltweite Vernetzung und die immer schneller werdenden Kommunikationswege der Medien die Menschen zusammenrücken. Man kann für viele Weltkonzerne an allen Ecken der Welt arbeiten, sofern man für seine Arbeit nur einen PC benötigt. Musste man vor einigen Jahren noch zwingend direkt vor Ort sein, kann man heute fast überall seinen Arbeitsplatz aufschlagen. Sie meinen, dies trifft nicht auf die Arbeit in der Fitnessbranche zu?

Die sozialen Netzwerke haben das Training verändert

Dazu ein kleines Beispiel: Als die ersten Fitnessanlagen entstanden, gab es für diese Art von Sport nur die Anlage selbst. Der Kunde kam zum Fitnessclub, wurde beraten und trainierte. Innerhalb kürzester Zeit ist der Fitnesssport dank Apps, YouTube und sozialer Netzwerke eine Millionenbewegung geworden. Der Kunde muss nicht mehr zu festen Zeiten ins Fitnessstudio und kann mittels Apps nun auch in allen Ecken dieser Erde mit einem für ihn passenden System trainieren. Kayla Itsines, Karl Ess oder Daniel Aminati sowie berühmten Hollywoodstars sei Dank, hat man ständig den „Startrainer“ in der Hosentasche. Die virtuelle Welt hat einen entscheidenden Vorteil: Sie hat immer gute Laune. Der Trainer ist immer direkt da, scheinbar immer topfit und guter Laune. Wir hinterfragen nicht, ob und wann er wirklich dieses Video oder das Bild gemacht hat. Der Kunde genießt die Perfektion und bezahlt gerne dafür.

Die sozialen Beziehungen sind wichtiger als der Job

Ein weiterer Generationsunterschied betrifft die Arbeitszeit und die Freizeit. So war es früher weit verbreitet, dass die Arbeit einen extrem hohen Stellenwert hatte. Die Familien organisierten das Leben um den Job des Hauptverdieners herum. Heute sind das Familienmiteinander, die sozialen Beziehungen und die Freizeitgestaltung sehr wichtig. Wer es sich leisten kann, viel Zeit mit der Familie zu verbringen, der hat ein gutes Leben. Was früher der Porsche war, ist heute die Freizeit. 

Daher muss der Arbeitgeber den Arbeitsplatz so gestalten, dass sich der Mitarbeiter wohl fühlt, er gerne für ihn arbeitet, der Job und der Arbeitgeber ein passendes Image haben, um dafür auch zu brennen. Siehe Silicon Valley: Die Menschen dort arbeiten sehr viel mehr, ohne es selbst zu merken oder es zu hinterfragen. Das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung ist dort vorherrschend – auch wenn es nicht stimmt, da die Arbeit das Leben bestimmt. Es geht aber um das Gefühl, gerne dort zu sein und zu arbeiten.

Diese Phänomene treffen auch auf die Fitnessbranche zu. Einst galt der Job als „cool“. Alle, die mit der Schule fertig und sportbegeistert waren, wollten irgendwie in die Sport- und Fitnesswelt. Der Run auf Sporthochschulen und Fitnessanlagen war enorm.

Image ist für Fitnessclubs das A und O 

Was hat sich in dieser kleinen Welt seit damals verändert? Weshalb bekommen einige Fitnessanlagen keine oder nur wenige Bewerbungen und andere wiederum 50 Initiativbewerbungen am Tag? Das Phänomen heißt „Image“. Hat die Anlage ein für die Bewerber attraktives Image, ist es „cool“, dort zu arbeiten, wird im Netz darüber gesprochen. Und gibt es womöglich „Stars“, die dort ein- und ausgehen, kann man sicher sein, dass man viele Bewerbungen bekommt. Oder ist die Anlage als sehr gesundheitsorientiert bekannt und im sogenannten Premiumsegment zu Hause, werden darauf auch viele Bewerber anspringen. Wie überall ist eine klare Positionierung der Schlüssel zum Erfolg. 

Ein Image lässt sich nicht über Nacht aufbauen. Viele Marken haben es schon schmerzlich erfahren oder machen es über Jahrzehnte richtig. So fragen sich viele, weshalb Coca-Cola noch immer Werbung macht, obwohl die ganze Welt die Marke kennt. Es passiert aus Imagegründen. Bleibt man nicht am Ball, fällt man schnell beim Kunden durch. Auch die Aufwertung eines Image ist denkbar schwer. So versucht Lidl gerade, sich über Design und Produkte auf dem Markt ein besseres Image zu verpassen, aber ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Es gibt immer Branchen, die boomen, und andere, die zurückgehen oder sogar ganz aussterben. Nein, Fitness stirbt nicht, macht nur einen kleinen Imagewandel durch. Von der einst verschrienen „Muckibude“ mutieren die Anlagen nun zur „coolen Location“ oder zum angesagten „Gesundheitszentrum“. Wer stabile Werte, eine klare Position und einen fairen Umgang mit Menschen pflegt, wird keine Schwierigkeiten haben, passende Mitarbeiter zu bekommen.

Teamwork zwischen Trainer und Kunde
So soll es sein – Teamwork zwischen 
Trainer und Kunde. Foto: Multi-Share/Shutterstock.com

Motivationstipps für die Generation Y!

Die Generation Instagram und Snapchat will sich zeigen, sie möchte cool und stylish sein, sie will alles geben und klare Linien haben. Diese Generation ist nicht fauler, nicht respektloser und auch nicht dümmer als alle anderen Generationen zuvor. Sie ist nur in einer anderen, schneller agierenden Welt aufgewachsen.

Früher brauchte man von Freiburg nach Hamburg eine Woche, heute schafft man es in 5–6 Stunden. Früher kamen Nachrichten per Post und dauerten mindestens einen Tag, heute haben wir binnen Sekunden eine Flut an Informationen. Ob dies alles gut oder schlecht ist, vermag keiner zu bewerten. Es ist, wie es ist, und wir müssen uns damit arrangieren. Dies ist nicht mehr aufzuhalten.

Durch das oft schon sehr „abgeklärte“ Auftreten  der Generation Y vergessen viele Arbeitgeber, dass kein Mensch dieser Erde innerhalb eines Wochenendes zum perfekten Trainer mutiert. Es ist ein wenig blauäugig zu denken, dass man einen jungen Menschen einstellt, diesen für ein Wochenende zu einem Seminar schickt und er dann das abliefert, was ein gelernter oder studierter Trainer kann. Geben Sie klare Arbeitsanweisungen und bieten Sie vor allem die Möglichkeit und Zeit, dass der Mitarbeiter seinen Job perfekt lernen und ausüben kann.

Fördern Sie das Miteinander

Gestalten Sie die Arbeitspläne so, dass die Mitarbeiter gut miteinander arbeiten können. Dafür benötigt man ein wenig Feingefühl und die Fähigkeit, Teams zu gestalten. Denn wer gerne zur Arbeit kommt, strahlt dies auch aus und wird motiviert arbeiten.

Fördern Sie diejenigen, die kostenfrei für Sie werben

Wer sich gerne im Studio über soziale Netzwerke zeigt, sollte diese Möglichkeit bekommen. Allein schon das spricht für ein wunderbares Arbeitsklima. Vergessen Sie nicht: Wer aus Ihrem Studio motivierte Sprüche oder attraktive Bilder postet, macht kostenfrei Werbung für Sie. Achten Sie dennoch darauf, dass es zu Ihrem Image passt. Wer sich oberkörperfrei im Studio zeigt, suggeriert, dass man dort auch so trainieren darf. Informieren Sie sich regelmäßig über die Entwicklungen und Möglichkeiten der sozialen Netzwerke.

Loben Sie – und zwar ehrlich

Lob ist für manch einen Chef unfassbar schwer. Das liegt unter anderem daran, dass wir Menschen eher Negatives finden oder auch vom Kunden mitgeteilt bekommen. Wer aber positiv strukturiert ist, wird bei jedem Mitarbeiter Positives finden (oder weshalb haben Sie ihn sonst eingestellt?). Ein nettes „Cool, dass du heute da bist!“ oder „Danke, dass du die Schicht machst!“ ist die einfachste Form der Wertschätzung und kostet nichts. Machen Sie Ihre Wertschätzung sichtbar! Kaufen Sie sich einen Porsche am Ende des Jahres und geben auf der Weihnachtsfeier bekannt, dass kein Weihnachtsgeld und keine Provisionen bezahlt werden können, dann führt das auf direktem Weg zu Demotivation und Frustration. Wer als Chef den Eindruck vermittelt, sich zu bereichern und nichts abgeben zu wollen, bekommt das Feedback direkt in Form von unmotivierten und nicht mehr belastbaren Mitarbeitern.

Fordern und fördern 

Schauen Sie ganz genau hin, was Sie wann von welchem Mitarbeiter erwarten und was Sie selbst diesem bieten können und wollen. „Differenzierung“ ist das Zauberwort. Wer auf jeden Mitarbeiter eingehen kann und differenziert die Mitarbeiter fördert und fordert, hat schnell ein High-Performance-Team. Wer sieht, wohin die Reise mit wem geht, wird passende Mitarbeiter für alle Positionen haben und immer wieder finden. Wer Aufstiegschancen sieht, hat automatisch mehr Freude an der Arbeit als jemand, der weiß, dass er nach der Lehre so oder so durch einen neuen Auszubildenden ausgetauscht wird. Achtung Image: Wer nur mit Aushilfen und Auszubildenden arbeitet, bekommt mit der Zeit ein schlechtes Image im Ort oder in der Region und zieht damit auch nur noch schlechtes Personal an.

Kirsten Dehmer
Kirsten Dehmer

Kirsten Dehmer

Kirsten Dehmer ist spezialisiert auf „Erfolg mit Umgangsformen und Körpersprache!“ und setzt bei ihren Seminaren die neuesten Erkenntnisse ein, um in kürzester Zeit zu zeigen, wie einfach und sicher man mit Menschen und deren Bedürfnissen umgehen kann.

koerper-wirkung-image.de | fitforfacts.de 

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