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Ziel des von der Bundesregierung verabschiedeten Gesetzentwurfs ist es, Gesundheitsförderung und Prävention sowohl in den unmittelbaren Lebenswelten der Bürger (z.B. Betrieben, Schulen) zu stärken, wie auch individuelle Leistungen zur Förderung eines gesundheitsgerechten Lebensstils vorzusehen. Qualitätsgesicherte Angebote in Sport- oder Fitnessstudios werden dabei erstmalig explizit als empfehlenswerte Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Primärprävention genannt. Im DSSV-Branchenbrief heißt es weiter: „Damit erfahren Fitnessund Gesundheitsanlagen einen neuen Stellenwert als wichtige Partner, wenn es um die Verbesserung der Gesundheit der ganzen Bevölkerung durch die Förderung regelmäßiger gesundheitswirksamer körperlicher Aktivität geht.“

Was bedeutet das konkret?

  • Gleichstellung mit den Vereinen in Bezug auf Leistungen aus dem § 20 SGB V
  • Anerkennung einer DSSV-Lizenz als Grundqualifikation für die Umsetzung von Präventionsleistungen im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten nach § 20 SGB V

Um Angebote gemäß § 20 auf der neuen, zusätzlichen Basis anbieten zu können, sind folgende Bausteine notwendig, die vom DSSV und seinen Partnern bereits umgesetzt sind beziehungsweise werden:

  • Qualifikation des Kursleiters
    (Qualitätskriterium Kursanbieter)
    Die DSSV-Qualifikation „Lehrer für Prävention und Gesundheitsförderung“ wurde als Grundqualifikation anerkannt.
  • Zertifizierung der Sport- und Fitnessstudios
    (Qualitätskriterium Kursanbieter)
    In Kürze wird eine durch die DAkkS – Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH – anerkannte Zertifizierung auf Basis der DIN-Norm 33961 zur Verfügung stehen. Die Zertifizierungsagentur BSA-Zert befindet sich derzeit im Akkreditierungsverfahren des Programms „ZertFit“. Mit der Akkreditierung ist im Oktober zu rechnen.
  • Leitfadenkonforme und standardisierte Kursprogramme (Qualitätskriterium Kursprogramm)
    Der DSSV hat bereits zwei Kursprogramme durch den GKV zertifizieren lassen, die in Kürze allen DSSV-Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung stehen werden.

Chancen für Fitness- und Gesundheitseinrichtungen

Der DSSV-Branchenbrief sieht im neuen Präventionsgesetz folgende Chancen: „Für Fitness- und Gesundheitseinrichtungen sind bei der neuen Gesetzgebung insbesondere die nicht neuen, aber verbesserten Mitwirkungsmöglichkeiten im Rahmen von Angeboten nach § 20 SGB V im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten von Bedeutung. Danach können Bewegungskonzepte, die den Qualitätskriterien der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen, von diesen auch finanziert werden (…) Neu ist, dass qualitätsgesicherte Konzepte in Fitness- und Gesundheitsunternehmen per Gesetz explizit als Leistungen zur Veränderung gesundheitsbezogener Verhaltensweisen empfohlen werden (…).“
Durch die Erhöhung des Finanzvolumens 2016 von derzeit 3,17 Euro auf 7 Euro pro Versicherten und Jahr sei davon auszugehen, dass Maßnahmen der Individualprävention in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen weiter an Bedeutung gewinnen werden. Zudem geht der DSSV davon aus, dass sich aufgrund der gesetzlichen Pflicht der Krankenkassen, Mittel für den Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung und der nichtbetrieblichen Settings verausgaben zu müssen, für die Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche neue Kooperationsmöglichkeiten zum Beispiel hinsichtlich der Umsetzung von Gruppenprogrammen zur Bewegungsförderung nach § 20 SGB V ergeben werden.
Hinzu kommt, dass durch die ärztlichen Präventionsempfehlungen davon ausgegangen werden kann, dass künftig mehr Menschen an qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen nach § 20 SGB V in Fitness- und Gesundheitsanlagen teilnehmen werden. Des Weiteren könnten, so heißt es im Branchenbrief weiter, neue Zielgruppen erreicht werden, die als eher präventionsfern einzustufen sind und über einen anderen Zugang nicht den Weg in ein Fitnessstudio gefunden hätten.

über www.bodylife.com/themenportal gelangen Sie zum Gesetzesentwurf

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