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Foto: Rawpixel.com/shutterstock.com; Sabine Mack, Alexander Volle, Jörg Bornhäuser
Foto: Rawpixel.com/shutterstock.com; Sabine Mack, Alexander Volle, Jörg Bornhäuser

Vorteile von Qualitätsnetzwerken für inhabergeführte Studios

Zunehmend drängen Ketten- und Franchisesysteme mit umfassenden finanziellen Mitteln auf den Markt. Das erschwert es vor allem inhabergeführten ­Studios, sich mit ihren individuellen Angeboten erfolgreich zu behaupten. Vor diesem Hintergrund bietet der Zusammenschluss mit anderen Studios im ­Sinne eines Qualitätsnetzwerks klare Vorteile, denn hier werden Kräfte gezielt gebündelt, ohne dass die einzelnen Clubs ihre Unabhängigkeit verlieren. 

Die schlüssige Positionierung des eigenen Angebots ist für Fitness- und Gesundheitseinrichtungen enorm wichtig. Während Discounter primär Fitness anbieten, legt man seine Gesundheit eher in die Hände von Qualitätsanbietern. Mit dem Siegel eines unabhängigen Netzwerks kann ein solches Qualitätsniveau anschaulich belegt werden. „Eine Positionierung als Qualitätsstudio dient dem Kunden als zuverlässige Garantie“, so Mike Schommer, zusammen mit Frank Vogelgesang Inhaber des „Motivitas“ in Rilchingen-Hanweiler und Mitglied des Netzwerks QFiSa. Natürlich verspricht jeder Anbieter seinen Kunden Leistung und Qualität. In der Praxis zeigt sich dann jedoch schnell, ob Qualität nur im Prospekt steht oder im Studio auch aktiv gelebt wird. „Bei einem Qualitätsnetzwerk weiß der Kunde hingegen von Anfang an genau, was er bekommt. Denn die Qualität wird neutral und anbieterunabhängig überprüft,“ erklärt Mike Schommer.

Networking sichert Qualität und Erfolg

Netzwerke bieten so auch kleineren Unternehmen wie zum Beispiel Einzelstudios ein Rundumpaket in Qualitätsmanagement, das so nur bei großen Unternehmen möglich ist bzw. eine kostenintensive externe Beratung voraussetzt. Ziel ist eine klare Positionierung als qualitativer Anbieter und eine Abgrenzung zum wachsenden Markt der Discounter- und Franchisestudios. Im Rahmen der netzwerkeigenen Zertifizierung gibt es bei QFiSa einen umfassenden Kriterienkatalog für die erfolgreiche Aufnahme. Die Kriterien umfassen Bereiche wie Anamnese, Diagnostik, Trainingsplangestaltung und -überwachung, aber auch Mitarbeiterqualifikation, Betreuungskonzept, Kursprogramm und Hygiene. Das sichert ein zuverlässiges Maß an Qualität in den einzelnen Netzwerkstudios.

Ein weiterer Vorteil eines Qualitätsnetzwerks sind die hauseigenen Experten. Vom fachlichen Austausch profitieren alle Netzwerkpartner, aber auch die Studiomitglieder selbst. Ein solcher Zusammenschluss ist außerdem eine gute Basis für gemeinsame Projekte, die den Studios mehr Aufmerksamkeit bringen als klassische Events wie zum Beispiel der „Tag der offenen Tür“. 

Beispiele für QFiSA-Aktionen

W  Mehrmals jährlich finden z.B. QFiSa-Gesundheitstage in Kooperation mit den Krankenkassen statt. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich das QFiSa  am „Diabetes Programm Deutschland“, dem deutschlandweit größten Laufprogramm für Diabetiker. 

  • Das Netzwerk bietet den Clubs praktische Unterstützung für die Durchführung hochwertiger Kursangebote nach Krankenkassenvorgaben. 
  • Zusammen mit „beeline solutions“ wurde 2017 eine Online-Plattform zur arbeitgeberfinanzierten Sachzuwendung im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung im Saarland exklusiv auf den Markt gebracht und in den QFiSa-Studios weiterentwickelt. 
  • In regelmäßigen Abständen werden Sport- und Eventreisen für die Studiomitglieder organisiert – ein Angebot mit Mehrwert für die Netzwerkpartner zur gezielten Mitgliederbindung. 
  • Auch soziales Engagement lässt sich über das Netzwerk imagewirksamer umsetzen: QFiSa unterstützt z.B. den Weihnachtspäckchenkonvoi „Kinder helfen Kindern“. 
  • Hinzu kommen weitere Eckpfeiler wie der gemeinschaftliche Einkauf und dadurch bessere Einkaufspreise sowie der direkte Austausch der Studioinhaber in regelmäßigen Meetings.
  • Gemeinsame Marketingmaßnahmen und Promotion runden das Portfolio des Netzwerks ab.

Testing ist eine entscheidende Grundlage für die Erarbeitung von maßgeschneiderten Trainingsplänen. Es minimiert Risiken und ermöglicht kurzfristige Anpassungen bei Beschwerden. Das macht die verschiedenen Testings zu einem essenziellen Bestandteil eines qualitätsorientierten Angebots im Besonderen für die stark wachsende Zielgruppe „50 plus“. 

Anhand fundierter Diagnoseergebnisse können Trainer auf Beschwerde- und Krankheitsbilder angepasste Trainingspläne erstellen. Das sichert einen erfolgreichen, für die Gesundheit förderlichen Trainingsverlauf. Testings sind damit unabdingbarer Bestandteil einer qualifizierten Trainingsplanung. 

Bei QFiSa wird standardmäßig mit professionellen Testing- und Körperanalysesystemen gearbeitet. Diese Angebote und das Fachwissen der einzelnen Studios werden in einem Gesamtleistungskatalog verbunden. So wird sichergestellt, dass auch kleine Studios, die nicht jedes Tool anschaffen können, auf entsprechendes Know-how zurückgreifen können.  

Wenn es um Qualität geht, ist die Aus- und Weiterbildung des eigenen Teams ein entscheidender Erfolgsfaktor. Neben einschlägigen Fachkenntnissen in Training, Gesundheit und Service sind auch die sogenannten Softskills, die Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, wichtig. Dazu gehören unter anderem gute Kommunikationskompetenzen, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und positive Ausstrahlung. 

Das Qualitätsnetzwerk bietet seinen Netzwerkpartnern eine Vielzahl an hauseigenen Fortbildungen mit externen Top-Referenten an, mit denen sie die individuellen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln können. „Natürlich ist es förderlich, wenn Mitarbeiter bereits soziale Kompetenzen mitbringen. Auf diesem Gebiet kann man aber auch durch Weiterbildung viel bewirken. Selbstverständlich gehört es dazu, dass der Studioleiter das auch selbst vorlebt“, erklärt Mike Schommer, Mitglied des QFiSa.

QFiSa-Netzwerk beim Herzkongress 2017. Fotos: Sabine Mack
QFiSa-Netzwerk beim Herzkongress 2017. Fotos: Sabine Mack

Netzwerk der qualitätsorientierten Fitness- & Gesundheitsanlagen im Saarland (QFiSa)

QFiSa ist ein Netzwerk für inhabergeführte Fitness- und Gesundheitseinrichtungen. Durch ein eigenes Qualitätssiegel sind auch kleine Studios in der Lage, ihre Standards zu optimieren und besser nach außen zu kommunizieren. Beitreten können inhabergeführte Betriebe, die den Kriterienkatalog erfüllen. Die ersten Mitgliederstudios stammen aus dem Saarland. Auch Einrichtungen aus anderen Regionen können beitreten. „Außerdem bieten wir Unterstützung bei der Gründung eigener Netzwerke in anderen Regionen an“, so Mike Schommer. Infos: www.qfisa.de

Fazit

Discounter- und Franchisestudios setzen neben einer hart gerechneten Personalstrategie vor allem auf den konsequenten Einsatz von Standards gerade im Bereich Qualitätsmanagement. Qualitätsstandards bringen auch inhaber-geführten Studios greifbare Vorteile. Vielen fehlen jedoch in der Praxis die personellen und monetären Ressourcen, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Hier schlägt die Stunde für Qualitätsnetzwerke wie zum Beispiel QFiSa, die ihren Mitgliedsstudios hilfreiche und praxisnahe Unterstützung bieten. So wird aus Einzelkämpfern, die verzweifelt an vielen Fronten aktiv sein müssen, ein unabhängiger Zusammenschluss starker Einzelunternehmer.

Geschrieben von
Sabine Mack - ist seit über 15 Jahren im Bereich Sport, Gesundheit und Therapie aktiv. Als Autorin und PR-Profi widmet sie sich vorrangig den Themen „Management“, „Marketing“ und „Sales“ im nationalen und internationalen Sport- und Fitnessmarkt. Die ehemalige Trainerin und Kursleiterin kennt den Studioalltag aus eigener Erfahrung.

Jörg Bornhäuser, Inhaber der Fitness- und Freizeitanlage „Move“

Ehrlicher Austausch auf Augenhöhe 

Interview mit Jörg Bornhäuser, Fitness- und Freizeitanlage "Move", und Alexander Volle, "MAPET"-Fitness- und Gesundheitsclubs

body LIFE: Wann und von wem wurde das Netzwerk gegründet?

Jörg Bornhäuser: Ich bin davon überzeugt, dass man als inhabergeführtes Studio ein Netzwerk braucht. Ich habe mir Gedanken gemacht, wer infrage kommen könnte und wer in welchem Bereich sein Know-how einbringen kann. Ich wollte natürlich, dass möglichst alle Bereiche kompetent abgedeckt werden können. So sind dann die einzelnen Betreiber bzw. Studios nach und nach Teil des Netzwerks geworden. Unser erstes Treffen hatten wir am 18. Juni 2013.

body LIFE: Welche Studios bzw. Personen gehören dem Verbund an?

Jörg Bornhäuser: Dem Netzwerk gehören die folgenden Clubs bzw. Personen an: Jan Rothe, Inhaber des "Sportpark Johannesplatz" in Erfurt, Romed Kleissl, Inhaber von vier "Body&Soul"-Clubs in Innsbruck, Martin Seiler, Inhaber der "maxx!"-Gesundheitszentren in Steinen, Laufenburg, Lörrach und Umkirch, Uwe Schüller, Inhaber des Fitness-, Wellness- und Gesundheitsparks "Wellcome" in Wittlich, Yannik Hoenig, Inhaber der "Sportwelt Rosbach", Stephan Vorländer, Inhaber des "Vitacampus" in Stuttgart, Achim Weiß, Inhaber des "Provitess" in Leonberg, Frank Weber, Inhaber der "Bella Vitalis"-Clubs in Rheinland-Pfalz, Lars Springer, Inhaber des "Springer Gesundheitszentrums" in Pirmasens und des "Springer Pure Fitness" in Rodalben, Jörg Pettenkofer und Ulrich Maser, Inhaber, sowie Alexander Volle, Prokurist des "MAPET"-Fitness- und Gesundheitsclubs in Rottenburg und Tübingen und ich als Betreiber der Fitness- und Freizeitanlage "Move" in Schwäbisch Hall.

body LIFE: Wo und wie häufig finden die Netzwerktreffen statt?

Alexander Volle: Die Netzwerktreffen finden regelmäßig alle drei Monate abwechselnd in den verschiedenen Clubs statt. Bei jedem Treffen wird bestimmt, wer als Nächstes das Treffen in seiner Anlage ausrichtet. Der gastgebende Betreiber ist dafür zuständig, die Themenpunkte rechtzeitig einzuholen, eine Agenda zu erstellen, er moderiert das Treffen bei sich und er sorgt auch für die Verpflegung vor Ort.

Alexander Volle vom „MAPET“-Fitness- und Gesundheitsclub

body LIFE: Welche Themen stehen bei den Netzwerktreffen schwerpunktmäßig im Vordergrund und wie erfolgt deren konkrete Umsetzung?

Alexander Volle: Schwerpunktmäßig werden meist aktuelle Themen behandelt und ansonsten geht es oft um die strategische Positionierung in einem sich schnell wandelnden Markt. Aktuelle Themen können auch mal die Vorbesprechung der FIBO sein, wo jeder seine Investitionsabsichten kundtut und begründet. Hinzu kommen Gesetzesänderungen, die aktuell greifen. Ein Thema als unser ständiger Begleiter ist das Thema "Digitalisierung" vor allem vor dem Hintergrund des anstehenden neuen Datenschutzgesetzes sowie das Thema "Online-Marketing". Es können aber auch mal weitergreifende Themen wie die Abschaffung von Bargeld sein. Ansonsten verschaffen wir uns bei jedem Treffen ein Stimmungsbild in der Runde anhand der Vertriebsergebnisse, Fluktuationen etc. und besprechen die einzelnen Marketingplanungen für das anstehende Quartal. Die Umsetzung entscheidet jeder Club selbst, denn sie muss der eigenen Positionierung sowie den Gegebenheiten am Markt vor Ort Rechnung tragen.

body LIFE: Inwiefern können die jeweiligen Clubs konkret durch das Netzwerk profitieren?

Jörg Bornhäuser: Das Netzwerk ist so aufgebaut, dass jeder Club auf einem anderen Gebiet Experte ist. Ein Netzwerk funktioniert nur dann, wenn ein ausgeglichenes Niveau von Geben und Nehmen herrscht und jeder die Möglichkeit hat, vom anderen zu profitieren. Manchmal sind es nur kleine Anregungen auf dem Weg zur besseren Performance im Alltag. Auch wenn ein Umbau oder ein Jubiläum ansteht, sind die Tipps der anderen Netzwerkpartner sehr hilfreich. Der Erfahrungsschatz aller Betreiber, der sich in unserem Netzwerk wiederfindet, ist an sich kaum zu bemessen. Es gibt kaum ein Thema oder ein Konzept, wozu niemand am Tisch etwas sagen kann oder es sogar schon ausprobiert hat. Hierzu ist es aber unbedingt erforderlich, ehrlich über Fehler zu sprechen, keine oberflächlichen Angaben zu machen, sondern diese auch mit entsprechenden Zahlen und Fakten zu untermauern. Der hohe Grad an Vertrauen untereinander ist hier mit Sicherheit die wertvollste Basis bei uns.

body LIFE: Welche Ziele verfolgt das Netzwerk?

Alexander Volle: Das Netzwerk verfolgt ein ganz einfaches Ziel - und das ist ein ehrlicher Austausch auf Augenhöhe, von dem alle Beteiligten profitieren. Als Einzelkämpfer ein Unternehmen zu führen ist heutzutage nicht einfach und schon in der Hirnforschung ist bewiesen, dass man nur im Austausch mit anderen Menschen einen neuen Blick auf die Dinge bekommt und so neue Lösungswege gehen kann.

body LIFE: Vielen Dank für das Interview.

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