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So profitieren Fitnessclubs von falschen Essgewohnheiten Foto: Undrey/shutterstock.com
Foto: Undrey/shutterstock.com

Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es eine so üppige Auswahl an Nahrungsmitteln. Und nie zuvor waren Hungersnöte so weit aus dem Bewusstsein entrückt. Nahrung ist immer und überall vorhanden: reichlich, frisch und bezahlbar – zumindest in Deutschland. Was im ersten Augenblick durchaus positiv erscheint, wird für viele Menschen zum Problem: Sie essen jenseits des eigentlichen Bedarfs.

Essen ist Trost, Zeitvertreib, Beschäftigung oder gesellschaftliches Ereignis. Essen ist kein Stillen von Hunger, keine notwendige Zufuhr von Energie mehr.

In nahezu allen Industriestaaten der Welt, so auch in Deutschland, nimmt die Bevölkerung kontinuierlich an Gewicht zu. Berechnungen zeigen: durchschnittlich 5 kg alle zehn Jahre. Der Body-Mass-Index (BMI) liegt heute bei 27,4. Seriösen Prognosen zufolge, wird der BMI anno 2040 bei 31 liegen, also im Bereich der Fettsucht. Normalgewicht, wie immer man dies definiert, wird dann zur absoluten Ausnahme. Deutschland ist seit April 2008 Europameister der Dickenparade und liegt weltweit ganz knapp hinter den USA, wo zwischenzeitlich bei einigen Bevölkerungsgruppen eine Trendwende zu erkennen ist.

Lebenserwartung mit Abnehmen erhöhen

Unstrittig ist, dass die dicken Rollen am Bauch und Hinterteil massive gesundheitliche Auswirkungen haben. Vom metabolischen Syndrom über orthopädische Probleme, von Schlafapnoe bis hin zum unerfüllten Kinderwunsch: Nahezu überall ist Übergewicht maßgeblich beteiligt. Seriöse Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent aller Typ-2-Diabetiker völlig auf die Medikation verzichten könnten, wenn die Patienten das Gewicht auf ein Normalmaß senken würden.

Abnehmen macht gesund, erhöht die Lebenserwartung und -qualität. Und macht auch optisch attraktiver. Die Beiträge zu den Krankenversicherungen könnten für alle um circa 25 Prozent sinken, wäre Übergewicht eine Ausnahme. Wo liegen die Gründe für diese dramatische ungesunde Entwicklung? Folgende drei Hauptgründe sind hier zu nennen:

1. Unser Essen wird hochkalorischer

Immer verfeinerter, immer cremiger sind die Nahrungsmittel geworden und damit immer fettiger und süßer. Haben 100 g Kartoffeln nur knappe 80 kcal, so steigt der Wert bei Röstis auf über 200 kcal und bei den beliebten Kartoffelchips kommen über 500 kcal zusammen. Normaler blanchierter Spinat liefert 20 kcal/100 g, die Zubereitung mit dem „Blubb“ (Rahmspinat)  hingegen das 10-Fache. Das Problem: Wir essen oft gar nicht mehr an Masse, sondern mehr an Kalorien.

2. Snacking anstatt Essen

Während bis vor wenigen Jahrzehnten noch Frühstück, Mittag- und Abendessen den Tagesablauf bestimmten, so wird jetzt in unserer hektischen Welt vieles von Snacks, Zwischenmahlzeiten und süßen Belohnungen beherrscht. So isst der Deutsche 7,2 Mal pro Tag – Snacking statt Essen, alles „to go“. Die Lebensmittelindustrie macht uns das „Frühstückchen“ oder die „Stärkung zwischendurch“ „immer wenn der kleine Hunger kommt“ werblich schmackhaft.

3. Mangel an Bewegung

Gebaut ist unser Körper für eine tägliche Bewegungsstrecke von 20 km und mehr, gerade 800 bis 1.200 Meter schaffen wir heute noch – Tendenz abnehmend. Wir sitzen vor dem Computer, vor dem Fernseher, im Auto, wir nehmen Aufzüge und suchen einen Parkplatz möglichst nahe am Eingang.

Ideale Voraussetzungen für Fitnessstudios

Fitnessclubs sind prädestiniert für Abnehmprogramme. Sie können im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern das Problem von zwei Seiten angehen: einerseits Ernährungsberatung, andererseits mehr Bewegung, Muskelerhalt und Herz-Kreislauf-Training. So lassen sich Erfolge potenzieren. Studien zeigen, dass ein dualer „Angriff“ von zwei Seiten um 60 Prozent bessere Abnehmerfolge bringt als eine Diät allein.

Trotz der optimalen äußeren Rahmenbedingungen haben etliche Studiobetreiber Bedenken, eine Ernährungsberatung zu etablieren. Mangelnde Fachkompetenz bei den Trainern, hoher Zeit- und Personalaufwand, Lizenzkosten, veränderte Strukturen und Arbeitsprozesse oder die Abhängigkeit von einzelnen Mitarbeitern sind berechtigte Einwände. Negative Erfahrungen mit bisher angebotenen Konzepten tun ein Übriges. Outsourcing zu Internetplattformen oder Kooperation mit Fremdanbietern lassen die Rate der Kündigungen im Studio oftmals steigen.

Die Auswahl eines passenden Ernährungskonzeptes ist für das Studio von enormer Bedeutung. Generiert das Abnehmprogramm Zusatzumsätze, bringt es neue Kunden ins Studio, sichert es Bestandskunden? Ist das Programm einfach und zeitsparend umzusetzen? Ist es leitlinienkonform und seriös?

Arbeit im Studio minimieren, Erfolg maximieren

Konzepte, die dem Studio und dem ratsuchenden Kunden pauschale Empfehlungen geben, auf Printmedien oder Internet verweisen, sind grundsätzlich wenig hilfreich. Nur konkrete Anweisungen, individuell angepasst und gepaart mit Rezepten und Plänen für den täglichen Ablauf, helfen allen Beteiligten. Gleichzeitig minimieren sie die Arbeit im Studio. Der Kunde wird nicht alleingelassen und zum Erfolg geleitet. „Mein Studio kümmert sich um mich“ – das ist eine Aussage, die eine enge Kundenbindung schafft. Wichtig für den Erfolg sind Zuwendung, Hilfestellung und vor allem eine genaue Anleitung. Theoretische Diskussionen über „low fat“, „low carb“ oder „dinner cancelling“ sind für viele Abnehmwilligen eher hinderlich.

Nichtleitlinienkonforme Außenseitermethoden, die einer wissenschaftlichen Bewertung nicht standhalten, mögen eine kurzfristig Kundennachfrage erzeugen – langfristig schaden sie aber dem Image des Studios erheblich. Nur seriöse Angebote festigen die Stellung des Studios am lukrativen Gesundheitsmarkt.

Versagt ein Konzept, liegt in der Kundenwahrnehmung die Schuld daran immer beim Studio. Der Erfolg des Kunden ist der Erfolg des Studios. Auch das Ausmaß der Weiterempfehlung hängt einzig und allein vom Erfolg ab. Gemessen wird vom Kunden aber nicht der Kurzzeit-, sondern der Langzeiteffekt. Für ein 3-Wochen-Konzept benötigt der Kunde keinen professionellen Berater. Dafür reicht Heilfasten, FdH oder das Schlucken von wirkstofffreien Globuli.

Für Kundenbindung und Neukunden-Generierung muss das Konzept komplett aus dem Studio kommen. Alle Vorträge, Seminare, Unterlagen, Marketingmaterialien und Ablaufpläne müssen fertig geliefert, das Personal geschult und durch regelmäßige Infos auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Gelungene Marketingstrategie: Zufriedene Mitglieder, die erfolgreich abgenommen haben. Foto: bilderpool/Shutterstock.com
Gelungene Marketingstrategie: Zufriedene Mitglieder, die erfolgreich abgenommen haben. Foto: bilderpool/Shutterstock.com

Zufriedene Kunden als Marketingstrategie

Betriebswirtschaftlich betrachtet, müssen sich Investitionen immer per se rechnen. Die Kosten für ein Konzept zur Ernährungsberatung müssen vom Start weg klar und überschaubar sein; ohne Lizenzgebühren, ohne Mindestabnahmemengen und ohne kapitalbindende Lagerhaltung. Feste Laufzeiten ohne Ausstiegsmöglichkeiten sind unmodern. Konzeptanbieter, die von der Qualität ihrer Leistungen überzeugt sind und Erfolge vorweisen können, gehen mit Geschäftspartnern offen um.

Erfolgreiche Abnehmkunden ziehen häufig Blicke auf sich. Abnehmerfolge kann und wird man nicht verstecken. Die Familie, Kollegen, Freunde werden aufmerksam und wollen ähnliche Erfolge für sich erzielen. So kommen neue Interessenten ins Studio. Interessierte, die bisherige Werbeaktionen des Studios noch nicht beachtet haben. Rekrutierung neuer Kundenkreise durch zufriedene Kunden – das ist die Marketingstrategie der Erfolgreichen. Klappt gerade bei der Ernährungs- und Abnehm- beratung ganz wunderbar.

Diesen Artikel finden Sie in der body LIFE 4/16, geschrieben von
Hans Gerlach | Pharmazeut und Ernährungscoach. Er ist Gesellschafter der Figurscout Gerlach + Hackl GbR in Straubing. www.figurscout.de | hallo@figurscout.de

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