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Foto: Kraftwerk in Reilingen
Foto: Kraftwerk in Reilingen

Themenbereiche im Studio: „Das Shop-in-Shop-Konzept“!

Ob Cardio-, Freihantelbereich, Gerätezirkel, Functional-Training-Zone oder Kursräume – um auf die Anforderungen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Trainingsbedingungen besser eingehen zu können, sind die Räumlichkeiten der meisten Fitnessstudios in unterschiedliche Bereiche gegliedert.

Jeder dieser Bereiche bietet dem Mitglied unterschiedliche Trainingsschwerpunkte und die Chance, je nach Wunsch, an seiner Fitness und Gesundheit zu arbeiten. Wie dies bestmöglich in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt das Top Fit in Reiligen.

Aus gestalterischer Sicht stellt sich natürlich die Frage, warum man diesen unterschiedlichen Trainingszonen nicht auch ein eigenes, für den jeweiligen Bereich prägendes Designkonzept, einen eigenen Charakter geben sollte? Eine eigene Identität, eine Erlebniswelt, die alle Schwerpunkte des jeweiligen Bereichs aufgreift und in der Gestaltung widerspiegelt. Diese Idee ist zugegeben nicht neu. Im konventionellen Einzelhandel ist dies bereits seit langer Zeit eine gängige Maßnahme, um einzelne Produkte zu inszenieren. Man schafft „Produktwelten“, die dem Kunden das Image und das Lebensgefühl eines Produktes suggerieren. Die Rede ist von dem sogenannten „Shop-in-Shop Konzept“!

In einem großen Kaufhaus hat jede Bekleidungsmarke ihren eigenen Bereich, in dem Böden, Wandgestaltung und Licht auf die jeweilige Marke und die „Corporate Identity“ abgestimmt sind. Genau dieses Prinzip ist auch auf die unterschiedlichen Bereiche eines Fitnessstudios anwendbar.

Functional-Training-Zonen eignen sich ideal, für ein individuelles, prägendes Designkonzept. Foto: Sportomed in Mannheim
Functional-Training-Zonen eignen sich ideal, für ein individuelles, prägendes Designkonzept. Foto: Sportomed in Mannheim

Was gilt es bei der Gestaltung zu beachten?

Welche Trainingsbereiche bieten sich für ein individuelles Design an? Was müssen Clubbetreiber bei der Gestaltung beachten? Wie ist es möglich, dass sich die einzelnen Bereiche voneinander abheben, sich aber zugleich in das vorhandene Gestaltungskonzept integrieren lassen? All diese Fragestellungen müssen natürlich beachtet und bearbeitet werden, um am Ende einzelne Trainingszonen gekonnt zu differenzieren und dem Mitglied ein besonderes Trainingserlebnis bieten zu können!

Im ersten Schritt müssen sich Studio­betreiber Gedanken darüber machen, welche Bereiche und Trainingszonen individuell hervorgehoben werden sollen! Generell sollten Trainingsbereiche und Trainingszonen individuell gestaltet werden, die sich wenn möglich, räumlich trennen lassen und gleichzeitig eine spezifische Zielgruppe ansprechen. Hilfreich ist es, wenn man sich im Vorfeld eine „Überschrift“ oder ein „Schlagwort“ überlegt, dass diesen Bereich definiert. Der Freihantelbereich beispielsweise, der Yoga-Kursraum oder ein separater Damenbereich bieten sich ebenso an, wie eine Personal-Training-Zone oder ein Functional-Training-Bereich. Wichtig ist, dass sich die Studioverantwortlichen Gedanken darüber machen, welche Bilder man mit den einzelnen Bereichen in Verbindung bringt.

Der Freihantelbereich ist traditionell ein Bereich in dem pure Muskelkraft, Schweiß und Kraft eine Rolle spielen. Wer kennt sie nicht die Bilder von Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten, den Fitness-Hype am „Venice-Beach“ der 90-er Jahre oder die alten „Mukki­buden“ früherer Zeiten mit ihrem ehrlichen und authentischen Charme. Mit einem Yoga-Kursraum verbindet man das komplette Gegenteil. Ziel sollte es sein, dass die Gestaltung des Raums, das Trainingsziel, zur Ruhe zu kommen, Entspannung, sich „fallen lassen“, „in sich kehren“ und „Kraft tanken“ unterstützt. Auch hier lässt sich mit einfachen Mitteln eine eigene, in sich funktionierende Gestaltungswelt schaffen. Ein weiteres Beispiel ist der Cycling-Raum. Häufig sind diese Räume aufgrund der Lautstärke, die bei den Kursen herrscht, von der Trainingsfläche getrennt. Das Thema Radsport lässt sich in Cycling-
Räume sehr gut integrieren und bietet die Möglichkeit den Charakter dieses Bereiches herauszuarbeiten.

Individuelles Design – stimmiges Gesamtkonzept

Um den „roten Faden“ zu wahren, sollte im nächsten Schritt dafür gesorgt werden, dass dieser Bereich trotz seiner Individualität zum restlichen Gestaltungskonzept des Fitnessclubs passt! Einzelne Farben und Materialien sollten sich, wenn möglich, auch in anderen Bereichen wiederfinden. Das heißt nicht zwingend, dass in jeden Bereich des Studios beispielsweise eine grüne Wand integriert werden muss. Gerne kann es im Eingangsbereich die grüne Wand und in der Sitzgruppe vor dem Kursraum die grünen Möbel, Bilder oder Leuchten sein, die farblich angepasst sind und ein einheitliches Gestaltungskonzept suggerieren. Ähnliches gilt auch für das Material. Liegt zum Beispiel im Eingangsbereich ein dunkler Holzboden, so kann dieses Element im Freihantelbereich zum Beispiel als Wandverkleidung zum Einsatz kommen.

Eine weitere Möglichkeit den Charakter und die Identität eines bestimmten Bereichs zu stärken, ist der Einsatz von Bildern und Zitaten welche die Atmosphäre und Stimmung der jeweiligen Trainingszone hervorheben und unterstreichen. Um die Trainingszonen als eigenständige „Erlebniswelt“ abzugrenzen, bieten sich ebenso raumtrennende Elemente an, die den jeweiligen Bereich abstecken. Diese Trennelemente können durchaus transparent sein, sodass weiterhin die Möglichkeit besteht, diesen Bereich einzusehen.

Die Atmosphäre der jeweiligen Bereiche kann durch große Bilder hervorgehoben werden. Foto: InShape Pure in Göppingen
Die Atmosphäre der jeweiligen Bereiche kann durch große Bilder hervorgehoben werden. Foto: InShape Pure in Göppingen

Lichtspiel

Auch die Beleuchtung spielt bei der Gestaltung verschiedener Trainingszonen eine wesentliche Rolle. Unterschiedliche Lichtsituationen helfen dabei, das gewünschte Trainingsgefühl eines bestimmten Bereichs zu verstärken. Verwendet man große Bildmotive oder Zitate von prominenten Sportlern an Wänden, sollten diese immer auch mit Licht in Szene gesetzt werden. Wichtig: Nutzt man ein großes Bildformat oder ein solches Zitat, sollte dieses Element das uneingeschränkte Highlight in diesem Bereich sein. Das bedeutet, dass unmittelbar vor dem Bild keine Grundbeleuchtung hängen darf. Der Bereich darf etwas dunkler bleiben, um die Möglichkeit zu haben, das entsprechende Bildmotiv durch Strahler und Spots zu inszenieren. Warum immer die komplette Fläche in einem homogenen Licht beleuchten?

Warum nicht Zonen schaffen in denen das Licht heller ist und wieder andere Zonen, in denen es etwas dunkler ist und das Licht vielleicht über indirekte Beleuchtung in den Raum getragen wird. Dass gibt dem Raum mehr Tiefe und schafft die Möglichkeit, besondere Geräte und Bereiche optisch in den Vordergrund zu rücken. Natürlich muss es gewisse Elemente geben, die über alle Trainingsflächen und Trainingsbereiche hinweg einheitlich gestaltet sind. Ein durchgängiges Beleuchtungskonzept oder ein durchgängiger Bodenbelag ermöglichen es, einzelne Bereiche durch Bildmotive, Zitate, Wandverkleidungen, Raumtrenner oder Möbel gestalterisch abzuheben ohne den „roten Faden“ in Bezug auf das gesamte Gestaltungskonzept zu verlieren.

Ziel ist es, Emotionen zu wecken

Ziel muss es immer sein mit der Gestaltung ausgewählter Zonen, Emotionen zu wecken. Die Bereiche müssen authentisch wirken und sollen letzten Endes die Zielgruppe, die Bedürfnisse und die damit assoziierten Ansprüche voll und ganz erfüllen. Die Clubmitglieder müssen das Gefühl bekommen, dass sie in eine komplett eigene Welt eintauchen. Im Freihantelbereich eignen sich beispielsweise große Bildmotive von Sportikonen wie Arnold Schwarzenegger oder Muhammad Ali. Dieser Bereich kann im Vergleich zum restlichen Studio etwas „dunkler“, „maskuliner“ und „härter“ gehalten werden. Wände mit Backsteinverkleidungen oder Elemente wie indirektes Licht hinter Bildern oder Spiegeln schaffen es die einheitliche Atmosphäre aufzubrechen und optische Highlights zu kreieren.

Die Beleuchtung spielt bei der Gestaltung verschiedener Trainingszonen eine wesentliche Rolle. Foto: Kraftwerk in Reilingen
Die Beleuchtung spielt bei der Gestaltung verschiedener Trainingszonen eine wesentliche Rolle. Foto: Kraftwerk in Reilingen

Fazit

Das Shop-in-Shop Konzept bietet Ihnen als Studiobetreiber die Möglichkeit innerhalb ihres Clubs durch unterschiedliche „Trainingswelten“, die Emotionen und die Stimmung verschiedener Zielgruppen anzuregen und anzusprechen. Sie können Bereiche definieren, die ein ganz klares Trainingsgefühl vermitteln ohne dafür gleich ihr komplettes Gestaltungskonzept überdenken zu müssen. So geben sie ihren Mitgliedern die Möglichkeit innerhalb Ihres Clubs in unterschiedliche Trainingswelten eintauchen zu können, je nach Wunsch und Stimmung. Jeder dieser Trainingswelten steht speziell für den jeweiligen Bereich, seine Stärken und Vorteile. Während es für Fitnessclubs immer schwerer wird sich von der Konkurrenz abzugrenzen und ein Alleinstellungsmerkmal zu definieren, haben Sie hier die Chance die Individualität und die Vielseitigkeit ihres Clubs mit Gestaltung herauszuarbeiten und zu kommunizieren. Und letzten Endes haben sie die Möglichkeit nicht nur mit ihrem Trainings- und Betreuungskonzept sondern auch mit ihrer Gestaltung neue Akzente zu setzen.

Den Artikel finden Sie in der body LIFE 4/16, geschrieben von
Fifty Fifty Design | – das sind Romina Ettl und Dustin Kuhl (Abschluss der Innenarchitektur an der FH Mainz). Seit mittlerweile zwei Jahren entwerfen sie Designkonzepte vor allem im Bereich Fitness. Sie begleiten Studiobetreiber vom ersten Treffen bis zur Fertigstellung der Anlage. Von ersten Ideen über Erstellungen eines kompletten Designkonzepts bis hin zur Ausarbeitung der gestalterischen Ideen, dem Einholen von Angeboten und der Koordinierung vor Ort. Kontakt: www.fiftyfiftydesign.com, mail@dustinkuhl.com

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