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9 Beispiele, wie das Internet of Things (IoT) die Geschäftswelt verändert

Welche Potenziale hat das Internet der Dinge? Betrifft es Ihren Geschäftszweig? Auf welche möglichen Veränderungen müssen Sie sich einstellen? In welchem Zeitraum? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, bemühen wir uns zunächst um eine brauchbare Definition und nehmen dann verschiedene Beispiele für das Internet der Dinge aus unterschiedlichen Branchen unter die Lupe.

Internet of Things – unsere Definition

Beim Internet der Dinge kommunizieren neben Menschen nun auch Gegenstände über Computernetzwerke, wie das Internet oder ein Firmennetzwerk, mit Menschen, Computern oder anderen Dingen. „Andere Dinge" können dabei Konsumgüter, Maschinen, Häuser, Transportmittel, Baustoffe oder sogar Rohstoffe sein. Im IoT teilen die Dinge in der Regel Zustände mit, die sie über Sensoren erfassen, oder erhalten Steuerbefehle.

Beispiele aus der Praxis

  • Flexiblere Produktion in der Industrie
    Ein einfaches Beispiel ist ein RFID-Chip auf Werkstücken, wie etwa einer Autokarosserie, der nichts als eine Identifikationsnummer an einen Sensor überträgt. Fertigungsroboter lesen die IDs der Chips, von einer Datenbank erfährt der Roboter, um welches Modell mit welcher Ausstattung und welcher Farbe es sich handelt, und führt die dazu passenden Arbeiten durch. So können viele unterschiedliche Produktvarianten in beliebiger Stückzahl und Reihenfolge auf einer Anlage gefertigt werden. Das Internet der Dinge hilft der Industrie, Lösungen für ständig kürzer werdende Produktzyklen und für den Bedarf an einer noch flexibleren Produktion zu finden.
  • IoT als Vermittler zwischen Anbieter und Kunden
    Die App mytaxi nutzt die Sensoren im Smartphone des Fahrers und des Kunden. Über eine App werden Fahrzeugmodell, Sitzplatzanzahl, Identität, Bewertung, Verfügbarkeit sowie Abholdaten erfasst und Telefonnummern für Fahrer und Kunde sichtbar. Der Kunde drückt nur einen Button in der App, um ein Taxi zu rufen, und kann auf der Karte das Taxi bei der Anfahrt verfolgen. Die Lösung setzt auf bestehenden Infrastrukturen auf (Taxiunternehmen, vorhandene Smartphones der Fahrer und Fahrgäste) und eliminiert lästige Schritte wie das Herausfinden und Diktieren von Adressen. Zudem kann man das Fahrzeug beim Warten auf der Karte verfolgen. Innerhalb von nur fünf Jahren hat mytaxi von einer zusätzlichen Kundenquelle für Taxiunternehmen mit 40% Marktanteil eine marktbestimmende Position in der Taxivermittlung erworben. Taxiunternehmen sind praktisch Subunternehmer des App-Anbieters geworden.
  • Aus B2B wird B2C
    Ein weiteres Beispiel, wie IoT die Rollenverteilung innerhalb von Geschäftsbeziehungen stark verändert, zeigt ein Unternehmen, das Heizöltanks herstellt: Es hat die Tanks mit Sensoren ausgestattet und bietet nun eine App an, über die Kunden den Füllstand ihres Heizöltanks bequem prüfen und sich bei niedrigem Füllstand eine Erinnerung senden lassen können. Die App bietet zugleich die günstigsten Heizölanbieter der Umgebung an und sendet Push-Mitteilungen, wenn der Heizölpreis unter ein eingestelltes Wunschniveau gefallen ist. Der Hersteller kann über den digitalen Mehrwert seiner Produkte ohne größere Mehrkosten in der Produktion ganz andere Preise erzielen und die Kunden bauen eine ganz andere Beziehung zur Marke auf. Der Hersteller baut nun eine direkte Geschäftsbeziehung mit dem Endkunden auf, was bisher die Domäne der Monteure und Vertriebspartner war. Das erfordert eine sensible Einbeziehung der Handelspartner, die über Kickbacks beziehungsweise Provisionen an den zusätzlich generierten Umsätzen beteiligt werden können.
    In einem anderen Fall hat ein Hersteller für Möbel und Schuleinrichtungen ein Mietmodell für Schulspinde entwickelt. Spind und Montage sind für Schulen kostenlos, Bestellung und Bezahlung erfolgen online durch die Eltern oder Schüler. Die Zugangscodes für die Nummernschlösser erhält man online und kann sie jederzeit selbst ändern. Hohe Anschaffungskosten und der immense Verwaltungsaufwand von Fächern und Schlüsseln entfallen für Schulen. Das Interessante an diesem Beispiel ist die Beziehung zwischen Herstellern, Monteuren und Endkunden. Schulen fallen als Kunde weg, dafür werden die Schüler bzw. deren Eltern direkte Kunden. Der Hersteller wird vom Lieferanten zum Auftraggeber. Er tritt so in Konkurrenz mit den eigenen Kunden (Monteuren) und muss sich in vielen Bereichen von B2B auf B2C umstellen.
  • Den Point of Sale verlegen und Produktverkäufe steuern
    Ein Hersteller von Aquaristiktechnik entwickelt Filter für Salzwasseraquarien, welche über Sensoren auch gleich Wasserwerte wie Temperatur, Sauerstoffsättigung, Karbonhärte, Nitritgehalt und weitere Werte überwachen und über eine Smartphone-App Tipps geben und warnen, wenn Werte ein kritisches Niveau erreichen. Die App bietet direkt die passenden Produkte zum Kauf an. Auch hier stellt der Hersteller erstmals eine direkte Beziehung zum Endkunden her und tritt in Konkurrenz mit den Vertriebspartnern. Aufgrund steigender Verkäufe lohnt sich das Modell für Hersteller und Vertriebspartner. Diese müssen dafür neue Modelle der Zusammenarbeit entwickeln. Immerhin braucht der Hersteller die Vertriebspartner nach wie vor, da diese die entsprechende Reichweite und Onlineshops besitzen, die sich in die App des Herstellers integrieren lassen. Oft werden mehrere Anbieter eingebunden und mit einem Kick-back an den erzielten Verkäufen beteiligt. Zudem erzielt der Hersteller enorme Margen gegenüber rein elektrischen Filtern ohne weitere Features. Denn für den Verkauf ist nicht nur entscheidend, die richtige Zielgruppe zu haben, sondern sie genau dann zu erreichen, wenn ein Bedarf entsteht. Und was wäre besser, als den Bedarf zu melden und die Lösung gleich mit anzubieten?
  • Kapital aus Standortdaten
    Gleich mehrere Apps setzen auf ein Belohnungssystem in Verbindung mit Geofencing. Hier prüft die App, ob man sich gerade in der Nähe eines Ladenlokals befindet. Ist dies der Fall, zeigt die App eine Push-Mitteilung, dass man ein Rabattangebot wahrnehmen kann, wenn man jetzt das Ladenlokal aufsucht. In einem anderen Fall können Kunden Punkte sammeln, indem sie lediglich das Ladenlokal betreten. iBeacons und Bluetooth können innerhalb eines Raumes Funktionen in einer App auslösen und ortsgebundene Informationen zu einem Produkt oder auch Kunstwerken anzeigen. Schul-Tablets können z.B. alle nicht erlaubten Apps abschalten, sobald das Kind den Klassenraum betritt. Die kleinste Form sind NFC-Tags, die im Bereich weniger Zentimeter arbeiten: Beim Auflegen auf Geräte könnten mit NFC-Tags App-Funktionen ausgelöst, Playlisten abgespielt oder weitere Apps geöffnet werden.
  • Radikaler denken als die anderen
    Home-Automation-Server können heute alles: Türen und Fenster öffnen und ver riegeln, Bewegungsmelder überwachen, Rollos steuern, Heizungen, Rauchmelder … die Kette ist endlos. Home Automation ist einer der am weitesten entwickelten IoT-Bereiche. Leider richten sich diese Systeme hauptsächlich an Unternehmen und Eigenheimbesitzer. In Mietwohnungen tätigt kaum jemand die Investition. Zu umständlich sind Zwischenstecker, zu teuer der Umbau von Steckdosen und Lichtschaltern. Hier kam Philipps mit einer radikalen Idee: Glühbirnen, die sich über das WLAN steuern lassen. Sie lassen sich ganz normal wie herkömmliche Glühbirnen nutzen, aber zusätzlich über das Netzwerk ein- und ausschalten und auch dimmen. Sogar Farben können sie wechseln. Diese radikale Denkweise, ermöglicht durch den Preisverfall bei Sensor- und Steuerungstechnik, hat den gesamten Wettbewerb alt aussehen lassen. Interessant macht die Lösung noch ein weiterer Punkt: Die Steuerung folgt offenen Standards. So lassen sich die Leuchtmittel über andere IoT-Lösungen steuern. In unserem Büro schaltet die Wetterstation die Beleuchtung auf Rot, wenn der CO2-Gehalt der Luft zu hoch ist. Das ist das Signal, das Fenster zu öffnen.
  • Predictive Maintenance
    Thyssen-Krupp sammelt die Sensordaten ihrer Aufzüge und analysiert diese mit Big Data. Fast jedem Ausfall eines Aufzugs geht ein typisches Muster an Sensordaten voraus – etwa bestimmte Vibrationen, Geräusche, ein Nachlassen der Beschleunigung. Sensordaten von Ausfällen werden gesammelt und nach ausgefallenem Bauteil geordnet. Anschließend werden Muster in den Sensordaten gesucht, die einen Ausfall ankündigen. So ist das Unternehmen in der Lage, nicht nur einen bevorstehenden Ausfall mit hoher Genauigkeit vorauszusagen. Es ist sogar ersichtlich, welches Bauteil ausfallen wird. Predictive Maintenance hilft, Ausfallzeiten von technischen Anlagen zu reduzieren. Technikereinsätze nehmen ab und werden so gut planbar wie bei Wartungsplänen – mit dem Unterschied, dass intakte Bauteile nicht ausgetauscht werden müssen, nur weil es ein Wartungsplan vorsieht.
  • Bedarfsgesteuerte Prozesse
    Ein Betreiber von Sanitärräumen auf Bahnhöfen, Raststätten und Flughäfen hat so ziemlich alles mit Sensoren ausgestattet, was sich in den Räumen befindet: Vom Toilettenpapierspender über den Handtrockner bis hin zum Seifenspender. Füllstände von Papier- und Seifenspendern, Kabinen, die geöffnet, aber nicht betreten werden, rufen von sich aus, also bedarfsgesteuert, das Personal auf den Plan. Das erhöht die Zufriedenheit der Kunden und reduziert Personalkosten. Alle Geschäftsabläufe sind voll automatisiert. Die Bestellungen laufen ohne menschliches Zutun so präzise ab, dass sogar kaum noch Lagerkapazitäten benötigt werden.
  • Big Data, die Königsdisziplin
    Am weitesten verbreitet sind IoT-Anwendungen im Smarthome-Bereich, in der Industrie und in der Landwirtschaft. Hier gibt es auch die größte Zahl genutzter Wearables: Rinder und Schweine erhalten Halsbänder, die zur Identifikation genutzt werden. So bekommt jedes Tier am Automaten nur die exakt abgestimmte Futtermenge. Auch Körpertemperatur und Bewegungen der Tiere werden über die Halsbänder überwacht sowie weitere Daten in den Ställen und Transportmitteln. So können z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt, Lichtintensität, Milchleistung und Gewicht gemessen werden. Die verarbeitende Software erkennt ungewöhnliche Datenmuster wie Tiere, die sich weniger oder mehr als normal bewegen, Veränderungen im Fressverhalten, am Gewicht, an der Milchleistung und können so bei Krankheiten vor einer Ausbreitung eingreifen. Alle Daten werden gesammelt und aufbewahrt, auch Daten über Sterberaten, Alter, Rasse, Herkunft, Geschlecht, Stammbaum und Genetik der Tiere. Welche Warnsignale treten vor bestimmten Erkrankungen auf? Was hat zu der niedrigeren Sterblichkeit im letzten Monat geführt? Die Wirkung von Optimierungen an Ställen, Transportmitteln, Abläufen, Zuchtstrategien lassen sich präzise messen und liefern so Erkenntnisse, die enorme Optimierungspotenziale erschließen. Das geht nur, indem sehr viele unterschiedliche Daten gesammelt und von Fachleuten mit Spezialsoftware ausgewertet werden. Big Data ist aufwändig. Die Potenziale für alle Wirtschaftszweige sind enorm.

Was macht eine erfolgreiche IoT-Lösung aus?

Um überhaupt Chancen auf dem Markt zu haben, muss eine IoT-Anwendung mehrere Grundvoraussetzungen erfüllen: Der berühmte vernetzte Kühlschrank kam 1998 zu einer Zeit, in der WLAN noch nicht verbreitet war, es keine Lieferdienste gab, die Lebensmittel bis zur Haustür brachten, keine Smartphones mit Apps, während Online-Payment-Systeme noch in den Kinderschuhen steckten. Die Infrastruktur muss bereits in genügender Anzahl vorhanden sein. Fünf Jahre früher wäre mytaxi ein Flop geworden. Auch müssen die Menschen reif für gewisse IoT-Anwendungen sein. Die Anwendungen müssen auf genügend Verständnis und Akzeptanz treffen. Benutzerfreundlichkeit, „Usability" ist keine unabhängige Kenngröße. Ob etwas selbsterklärend oder intuitiv nutzbar ist, hängt immer von den Erfahrungen und Gewohnheiten der Menschen zum jeweiligen Zeitpunkt ab. Wie erkennt man IoT-Potenziale? Fragen Sie sich bereits jetzt, welche Möglichkeiten es in Ihrem Geschäftsumfeld gibt? Dann sind Sie bereits auf dem richtigen Weg. Um das richtige Mindset zum Erkennen der Potenziale zu bekommen, sollten Sie versuchen, die dunklen Daten zu sehen, die Sie überall umgeben. Dunkle Daten sind weniger mystisch, als der Begriff vermuten lässt: Sie sind täglich umgeben von Daten beziehungsweise Eigenschaften, die erfasst werden könnten, jedoch nicht erfasst werden: Anzahlen, Alter, Herzfrequenz, Temperatur, Hersteller, Identität, Preis, Geräusche, Farbe, Gewicht, Abstand, Licht, Luftdruck, Geoposition, Einkommen … Die Liste ist unerschöpflich wie die Zahl der unterschiedlichen Sensoren, die es heute gibt – die meisten sind im niedrigen Cent- beziehungsweise Eurobereich angesiedelt. Vom RFID-Aufkleber bis hin zu hochauflösenden Infrarot-Industriekameras, die auf Entfernung sogar die Herzfrequenz und die Durchblutung von Körperteilen erkennen können. Um Ideen zu sammeln, gehen Sie einfach davon aus, dass Sie alles messen könnten.
Schauen Sie sich gezielt nach diesen Daten um und denken Sie darüber nach, was Sie damit erreichen könnten. Was, wenn beispielsweise die Bahn wüsste, wo genau sich Personen und Gepäck in einem Wagen befinden? Wir könnten bereits auf dem Bahnsteig angezeigt bekommen, wo volle und leere Wagen zum Stehen kommen werden. Was, wenn wir im Voraus erfahren würden, dass eine Glühbirne kaputt geht, jemand traurig ist oder sich einsam fühlt oder hungrig ist? Keine Idee ist zu kühn. Wearables, die optisch den Blutzuckerspiegel messen können, stehen kurz vor dem Durchbruch. Welch eine Chance für die Gastronomie! Stellen Sie sich Ihre optimale Welt vor, dann kommen die Ideen von selbst.

Was können Unternehmen nun tun?

  • Schritt 1: Potenziale ermitteln
    Es gibt inzwischen eine Menge Unternehmen wie unseres, die sich auf das Internet der Dinge spezialisiert haben. Das geht von der Strategieberatung für die Geschäftsleitung bis hin zu Unternehmen, die Lösungen einbauen oder Branchenlösungen anbieten. Mein Tipp: Bringen Sie Ihr Fachwissen mit dem Wissen von Spezialisten zusammen, die wissen, was möglich und machbar ist, und entdecken Sie gemeinsam ungenutzte Datenpotenziale. Diese können in neuen Lösungen, Produkten und Angeboten, aber auch in den bestehenden Daten in Ihrem Unternehmen wie zum Beispiel Vertriebsdaten, Kundendaten, Nutzungsdaten, Supportdaten, Verkaufsdaten zu finden sein.
  • Schritt 2: IoT-Strategie
    Sollten Sie Potenziale entdecken, setzen Sie eine Strategie auf, um IoT im Unternehmen zu verankern. Es ist vertane Zeit, einem Mitarbeiter ein IoT-Schild umzuhängen, denn IoT kann weit in alle Bereiche, alle Abteilungen eines Unternehmens reichen. Alle Akteure im Unternehmen sollten informiert und angewiesen sein, die Augen offen zu halten. Denn die guten Ideen kommen meist aus der Praxis.
    Praxistipp: Erstellen Sie sich einen Google Alert auf eine Suche nach „IoT" und Begriffen aus Ihrer Branche. Dann benachrichtigt Google Sie per E-Mail, wenn in Ihrer Branche neue Lösungen im Internet auftauchen.
    Schritt 3: Die Umsetzung
    Auf gute Ideen kommt man schnell. Doch manche Ideen sind nicht so markttauglich, wie man zunächst annimmt, oder andere haben zeitgleich die bessere Idee. Ich bin daher ein Freund der Lean-Methodik: Statt große Budgets für ein floppendes Produkt zu verbrennen, werden in kleinen Schritten die Annahmen überprüft, die einen zu der Überzeugung bringen, dass es einen Markt für die Lösung gibt (Buchtipp: Lean Startup). Wichtig ist jetzt die Geschwindigkeit. Marktführerschaft erlaubt bald die Gestaltung von Märkten und Prototypen sind meist schnell und günstig gebaut.

Auf offene Standards setzen

Philipps wäre wohl selbst nicht auf die Idee gekommen, ihre HUE-Leuchtmittel mit einer Wetterstation zu koppeln. Ein Unternehmen in den USA nutzt die offene Schnittstelle in Ford-Autos, um mithilfe der Scheibenwischeraktivität lokale Regenfelder aufzuspüren, und spart sich so das Geld für einen Spezialsatelliten. Das wäre auch Ford nie eingefallen. Das Tolle am Internet der Dinge ist, dass man am Anfang nie weiß, was alles mit der eigenen Lösung angestellt werden kann. Daher setzen Käufer meist auf Lösungen, die sie möglichst vielfältig und mit Geräten unterschiedlicher Hersteller zukunftssicher nutzen können. Ein Home-Automation-Server, der nur die eigenen Sensoren, Steckdosen und Regler unterstützt, hat kaum noch Chancen auf dem Markt. Offene Standards und Programmierschnittstellen (APIs) sind ein wichtiger Erfolgsfaktor, der auch Sie als Unternehmen von Lieferanten unabhängig macht.

Sicherheit

Bei allem Unternehmergeist darf man die Sicherheit nicht aus den Augen lassen. Gekaperte Geräte, gehackte Produktionsanlagen und abgefangene Daten sind leider ein Thema, das uns in Zukunft auch begleiten wird. Hier entstehen derzeit sehr viele Lösungen und es gibt Anbieter für alle Gebiete (siehe auch unseren Artikel auf Seite 44 zur Datensicherheit).

Fitness der Zukunft

Mit Activity-Trackern und vernetzten Trainingsgeräten hat der Einzug von IoT im Fitnessbereich gerade erst begonnen. Fitnessclubs werden durch das Internet of Things smarter und wirtschaftlicher. Das Zauberwort heißt „bedarfsgerecht". Das fühlt sich für den Kunden keineswegs unpersönlich an, im Gegenteil: Die Trainer kennen ihre Kunden besser, wissen um Leistungsniveaus und werden von der Software informiert, wenn es Probleme gibt: Akut am Gerät, im Trainingsverlauf oder ein genereller Motivationsknick – schon kommen die Trainer von selbst auf den Kunden zu. Dahinter steckt Mustererkennung, Big Data. Die Technik tritt in den Hintergrund und wird unsichtbar. Keine Verkabelung, versteckte Sensorik und vielfältige diskrete Wearables. Direktkontakte zwischen Herstellern und Endkunden werden sich vermehren. Bald schon könnten verschiedene Hersteller Apps anbieten, die auf Geräten verschiedener Hersteller laufen. Gamification – Sport wird Spiel und Unterhaltung, das Trainingsgerät zum Game-Controller, der sich unter anderem mit den Apps auf den Smartphones verwenden lässt. Mit In-App-Käufen von Ernährungsprodukten und Sportartikeln. Wie das virtuelle Trainingserlebnis aussieht – Simulation eines Fahrradrennens, lustig buntes Spiel oder mit Kinoerlebnis und eingeblendeten Controls oder gefühlt Unplugged, ganz ohne Technik – kann jeder Kunde für sich entscheiden. Es hängt nicht mehr von Geräten oder Studios ab. Die Kundenströme werden stark über Apps und Onlinefitnessprogramme gelenkt. Doch nur Hersteller, die ihr Geschäftsmodell für die Betreiber von Fitnessclubs lukrativ genug gestalten, können die nötige Marktdurchdringung für ihre Lösungen erreichen.

Fazit

Es stimmt wirklich, dass das Internet der Dinge ausnahmslos alle Bereiche unseres Lebens erobern wird. Auch die Welt der Technikmuffel. Denn IoT-Lösungen muss man selten aktiv benutzen; meist bemerkt man sie nicht einmal. Sie arbeiten dezent und unsichtbar im Hintergrund. Früher stammten die großen Innovationen von den Ingenieuren der Konzerne. Heute sind es Bastler, die die Branche antreiben und Innovationsmotor sind. In der Industrie spricht man von Industrie 4.0: der vierten industriellen Revolution nach Dampfmaschine, Fließbandfertigung und Computerisierung/Robotik. Die Erwartung einer Produktivitätssteigerung von mehr als 78 Milliarden Euro durch und die bereits angelaufenen massiven Förderprogramme zeigen, wie drastisch auch die Politik die kommenden Veränderungen einschätzt. Innovative Start-ups werden in vielen Branchen Märkte maßgeblich verändern. IoT ermöglicht praktisch jedem die günstige Entwicklung von Lösungen, die früher undenkbar oder unbezahlbar gewesen wären.
Boris Crismancich

Boris Crismancich ist Senior Consultant bei erminas. Die erminas GmbH entwickelt seit 2007 webbasierte und mobile Lösungen, mobile Apps und seit 2013 Big Data und IoT-Lösungen für den Mittelstand und Konzerne, darunter mehrere DAX- und DOW-Jones-Unternehmen

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