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Martin Fichter ist seit knapp einem halben Jahr COO (Chief Operating Officer) bei eGym

Interview mit Martin Fichter, COO bei eGym

body LIFE: Herr Fichter, das erste halbe Jahr bei eGym ist vorbei. Welchen Eindruck konnten Sie sowohl vom Unternehmen als auch von der Fitnessbranche gewinnen?

Martin Fichter: Die Innovationskraft der deutschen Start-up-Szene begeistert mich - noch vor wenigen Jahren musste man nach Amerika gehen, um agile und kreative Unternehmen zu finden. eGym ist eine der neuen innovativen Firmen, die die deutsche Wirtschaft vorantreiben können. Die Begeisterung unserer Mitarbeiter für unser Geschäft, für unsere Kunden und fürs Lernen ist unglaublich und wirklich ansteckend.Ganz toll finde ich die Bereitschaft der Fitnessindustrie, neue Ideen und Technologien auszuprobieren und zu implementieren. Hier gibt es noch so viel Potenzial - und das Tempo der Veränderung ist hoch.

body LIFE: Beruflich haben Sie einige Stationen hinter sich. Zuletzt waren Sie im Silicon Valley und haben dort Start-up-Unternehmen unterstützt. Warum haben Sie sich für eGym und die Fitnessbranche entschieden?

Martin Fichter: Die Fitnessbranche steht am Anfang eines radikalen Umbruchs. Neue Technologien werden immer mehr Menschen helfen, ins Studio zu gehen, mehr Spaß und mehr Motivation zu finden und damit schneller und zuverlässiger ihre Fitnessziele zu erreichen. eGym wird zusammen mit einigen anderen Unternehmen diese Zukunft vorantreiben. Genau da liegt meine Motivation: Wir treiben eine fundamentale Marktveränderung voran und erhöhen damit die Lebensqualität vieler Menschen.

body LIFE: Mit welchen Aufgaben werden Sie sich zukünftig als Chief Operating Officer - COO - befassen? Worauf legen Sie Ihren Fokus?

Martin Fichter: Mein besonderes Augenmerk gilt unseren Kunden: Unsere Auftragsabwicklung, unser Support und Service müssen es den Studios einfach machen, mit uns zu arbeiten, sodass sie sich ganz auf ihre Kunden konzentrieren können. Im Binnenverhältnis ist es von entscheidender Bedeutung, unsere Strukturen und Prozesse an die neuen Herausforderungen anzupassen, unsere Qualität ständig zu verbessern und das Wachstum durch weitere neue Spitzenkräfte zu unterstützen. Zumal eGym ja mit atemberaubender Geschwindigkeit wächst. Dabei ist es besonders wichtig, dass wir unsere Unternehmenskultur beibehalten und weiterentwickeln.

body LIFE: Mit eGym ONE geht Ihr Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung komplett vernetztes Studio. Was ist das Besondere an dem Konzept?

Martin Fichter: Die Open-Cloud-Plattform eGym ONE ist unsere Vision der komplett vernetzten Trainingsfläche im Fitnessstudio, die für alle Zielgruppen funktioniert. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir möglichst viele Geräte vieler Hersteller, die derzeit noch isoliert im Studio nebeneinanderstehen, intelligent zu einem ganzheitlichen Trainingserlebnis verbinden. eGym ONE ist eine offene Plattform, an die sich jeder Hersteller andocken kann, der gemeinsam mit uns dem Kunden ein unvergessliches, individuelles und erfolgreiches Trainingserlebnis bieten will. Was ich damit meine: Wir wissen, dass die überwiegende Zahl der Studiokunden z.B. an den Cardiogeräten einfach auf "Quickstart" drückt. Das ist Training nach dem Zufallsprinzip - in der Regel unterschwellig, zu lange, mit geringen Trainingseffekten, Frustration usw. Mit an eGym ONE angebundenen Cardiogeräten ist das ganz anders: Künftig wird es neben dem klassischen Quickstart- einen SmartStart-Knopf geben. Damit wird Cardiotraining - der Logik der eGym-Geräte folgend - "intelligent". Denn der Kunde meldet sich mit seinem RFID-Chip direkt am Gerät an. Das Gerät erkennt ihn und hinter dem SmartStart-Knopf ist durch die Software-Schnittstelle der vom Trainer per eGym-Trainer-App erstellte individuelle Trainingsplan hinterlegt.

body LIFE: Welche konkreten Umsatzchancen ergeben sich daraus für Clubbetreiber?

Martin Fichter: Entscheidet sich ein Betreiber dazu, sein Studio mit eGym-ONE-Partnergeräten auszustatten, erschließt er sich ganz automatisch völlig neue Zielgruppen, sprich Leute, denen die korrekte Einstellung der Geräte bislang zu kompliziert war oder die aufgrund falschen Trainings ihre Trainingsziele nicht erreicht haben. Denn unsere Software stellt sicher, dass jeder Trainierende immer das perfekt auf den Leib geschneiderte Angebot erhält. Mit Funktionen wie SmartStart übertragen wir diese Logik auf Partnergeräte. Darüber hinaus entwickeln wir auch in Zukunft kontinuierlich kostenlose Software-Updates für unsere eigenen, aber auch die Partnergeräte. Die Clubs können so insbesondere jenen Kundengruppen, für die Fitnesstraining aktuell noch nicht perfekt funktioniert, immer wieder neue Angebote unterbreiten, wie z.B. neue Trainingsmethoden, Trainingsziele, Analysemöglichkeiten etc., und sie so zum Besuch ihrer Anlage motivieren.

body LIFE: Schauen wir ein wenig in die Zukunft. Welche weiteren Schritte wird eGym unternehmen, um der Vision des komplett vernetzten Studios ein Stück näher zu kommen?

Martin Fichter: Gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen arbeiten wir daran, deren Produkte immer besser an eGym ONE anzubinden. Wir können z.B. die eGym-Trainer-App maßschneidern auf die jeweiligen Geräte unserer Partner und sie immer tiefer integrieren - bis hin zu individuellen Analyse-Dashboards für die jeweiligen Hersteller. Die Integrationstiefe kann der Partner mitsteuern - je mehr er dazu bereit ist, in die Schnittstelle zu investieren, desto mehr investiert auch eGym. In der finalen "Fünf-Sterne-Integration" ist das Partnergerät komplett integriert, sprich automatisiert. Selbstverständlich akquirieren wir auch weiterhin neue Partner für eGym ONE. Die Zahl von einhundert kooperierenden Unternehmen ist bereits in Schlagdistanz, sodass sich alleine dadurch die vernetzte Trainingsfläche immer weiter vergrößert.

body LIFE: Wie realistisch ist Ihrer Meinung nach die Vision des komplett vernetzten Studios? Wie wird in zehn Jahren das Training im Fitnessclub aussehen?

Martin Fichter: Die Entwicklung geht ganz klar in Richtung komplette Vernetzung, denn - und das ist der alleine entscheidende Punkt - alle Beteiligten profitieren davon. Der Trainer sieht: Was hat das Mitglied gemacht? Wie kann ich den Kunden besser betreuen? Das Mitglied wiederum versteht in seiner App auf einen Blick: Was habe ich heute erreicht? Trainingserfolg, egal an welchem Gerät, egal von welchem Hersteller, muss transparent werden. Zufriedene Mitglieder kündigen nicht und machen im Freundes- und Bekanntenkreis Mundpropaganda für ihr Studio - und das wiederum freut den Betreiber. Das Training in zehn Jahren wird, wenn man es seriös betreibt, immer noch ganz schön anstrengend sein, aber die Leute wissen: Die Anstrengung lohnt sich!

body LIFE: Digitalisierungskritiker bemängeln, dass der Faktor Mensch zu kurz käme und kundenseitig der Wunsch nach mehr Digitalität im Studio nicht vorhanden sei. Auch das Thema "Datenschutz" wird kritisch beäugt. Wie entgegnen Sie den Kritikern?

Martin Fichter: Digitalisierung und die sinnvolle Auswertung von im Studio generierten Daten ist ja kein Selbstzweck, sondern dient dazu, dass jedes Mitglied seine eigenen Health-Daten dazu nutzen soll, um seinen Körper besser zu verstehen und Fortschritte direkt zu bemerken. Nicht zuletzt wird das digital gestützte Training viel einfacher und macht so viel mehr Spaß! Und das auf allen an eGym ONE angebundenen Geräten. Das Thema "Datenschutz" nehmen wir sehr ernst. Wir haben einen eigenen Datenschutzbeauftragten, der unkündbar ist. Alle von uns gesammelten Daten werden auf hochsicheren deutschen und europäischen Servern gespeichert. Uns ist sehr wichtig, dass unsere Kunden über Datensicherheit bei eGym und speziell in Fitnesseinrichtungen gut informiert sind und dass sie auf datenschutzrechtliche Mitgliederanfragen reagieren können. Dazu haben wir unseren Kunden bereits im Oktober ein umfangreiches Datenschutz-Handbuch zur Verfügung gestellt, das natürlich die im Mai 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) berücksichtigt.

body LIFE: Vielen Dank für das Interview.

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