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Interview mit Matthias Menne, Leiter Beratung und Franchising, DSB-digital systemische Betriebskonzepte GmbH

Zu den Aufgaben von Matthias Menne zählt der Auf- und Ausbau der DSB-Franchisemarke „MYGYM“. Im body LIFE-Interview erklärt er unter anderem, was es bei der Planung eines Boutique Studios zu beachten gilt und wie es gelingt, das Studio erfolgreich zu machen.

body LIFE: Auch in Deutschland eröffnen immer mehr Boutique Studios. Was sind Ihre wichtigsten bzw. ersten Tipps für all diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen?

Matthias Menne: Der Schritt in die Selbstständigkeit als Fitnessunternehmer muss wohlüberlegt und gut geplant sein. Neben einer selbstkritischen Überprüfung der zur Verfügung stehenden finanziellen und persönlichen Ressourcen und der darauf aufbauenden Entwicklung eines seriösen Businessplans ist aus unserer Sicht die Auswahl des richtigen Standortes für eine erfolgreiche Existenzgründung von höchster Priorität. Wir erleben in unserer täglichen Praxis immer wieder Existenzgründer, die aus den unterschiedlichsten Gründen wenig bis gar nicht geeignete Standorte wählen oder bereits gewählt haben und die dann versuchen, diesen Standort irgendwie „ans Laufen“ zu bekommen. Darum unser erster und wichtigster Tipp: Definieren Sie zunächst das Konzept und die Art des Studios, welches Sie betreiben wollen und in dem Sie sich als Unternehmer wohlfühlen, und suchen Sie erst danach das richtige Einzugsgebiet und das passende Mietobjekt! Zweitens möchten wir jedem Existenzgründer den Tipp geben: Versuchen Sie nicht, alles selbst zu machen, sondern schließen Sie sich einem Partner an, dem Sie vertrauen. Eine Existenzgründung ohne jeglichen Support eines starken und erfahrenen Partners ist ungleich schwieriger.

body LIFE: Ist die Eröffnung eines Boutique Studios Ihrer Meinung nach auch für Clubbetreiber interessant, die sich ein zweites Standbein aufbauen möchten? Wenn ja, warum?

Matthias Menne: Ein Boutique-Studio- Konzept ist sicherlich für diejenigen Clubbetreiber interessant, die gerne innerhalb ihres Einzugsgebietes expandieren und gegebenenfalls andere Zielgruppen ansprechen wollen, die aber gleichzeitig den hohen Managementaufwand für den Betrieb einer weiteren Fitnessgroßanlage scheuen.

body LIFE: Welche Möglichkeiten eignen sich speziell im Marketing, damit Existenzgründer in kurzer Zeit möglichst viele Neukunden gewinnen können?

Matthias Menne: Da jeder Existenzgründer vor der Herausforderung steht, möglichst schnell den Break-even zu erreichen, sind Marketing- und Vertriebskonzepte gefragt, die effektiv sind und eine große Reichweite in der angesprochenen Zielgruppe versprechen. Somit geht heute eigentlich kein Weg mehr an modernen, digitalen Verkaufs- und Marketingkonzepten vorbei. Zusätzlich sind eine möglichst große Markenbekanntheit und die damit verbundenen positiven Vorurteile von größtem Vorteil. Eröffnet eine regional oder national bekannte Marke mit einem guten Image in einer Stadt einen neuen Standort, hat dies immer mehr Relevanz als die Neugründung eines Einzelunternehmens. Also auch hier wieder ein klares Plädoyer dafür, sich als Existenzgründer einem etablierten System oder einer etablierten Marke anzuschließen. Diese sollte ihm aber zwingend lokal umsetzbare digitale Marketing- und Vertriebslösungen und ein klares Konzept inklusive einer klaren Markenpositionierung bieten.

body LIFE: Was müssen vor allem Existenzgründer beachten, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, bzw. was ist zu tun, wenn sie bereits finanzielle Probleme haben?

Matthias Menne: Gerade in finanziellen Fragen ist es extrem wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und einen verlässlichen Partner oder Berater zu haben, mit dem man sich ebenso ehrlich und regelmäßig austauschen kann. Dieser Berater sollte unbedingt Branchenerfahrung haben und dabei helfen, eine seriöse mittel- und langfristige Zielplanung zu entwickeln. Die Fitnessbranche ist nun mal eine Branche mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und zudem noch sehr schnelllebig. Darauf muss man gefasst sein, wenn man sich mit einem Boutique Studio selbstständig macht. Diese Schnelllebigkeit macht es außerdem notwendig, seine Zielplanung konsequent im Auge zu behalten und es nicht zu lange „laufen zu lassen“, wenn die Ergebnisse mal von den Planzahlen abweichen. Man muss gegensteuern, solange noch genug Substanz im Unternehmen ist.

body LIFE: Welche Prozesse sollten zwingend in den Cluballtag von Boutique Studios integriert werden, um möglichst effizient und gleichzeitig serviceorientiert und zeitsparend arbeiten zu können?

Matthias Menne: Ich möchte die Frage gerne dahingehend beantworten, dass man sich eher fragen sollte, welche Prozesse nicht mehr in den Cluballtag eines Studios gehören. In diesem Punkt unterscheiden sich Boutique Studios im Übrigen keineswegs von den großen Fitnessanlagen:
Um serviceorientiert und zeitoptimiert arbeiten zu können und um möglichst viel Zeit für die Betreuung der Kunden zu verwenden, gehören eigentlich alle Arbeitsprozesse, die man als lästige Alltagsaufgaben bezeichnen kann, eliminiert beziehungsweise digitalisiert. Spontan fallen mir hier sofort die Zugangskontrolle, der Check-in, die Mitgliederverwaltung, das Inkasso sowie der Geldverkehr ein. Ein modernes Boutique Studio sollte unter allen Umständen bargeldlos, möglichst telefonlos und prozessoptimiert organisiert sein. Im Idealfall ist es so konzipiert, dass in der Regel immer nur eine Person nötig ist, den täglichen Trainingsbetrieb in einer hohen Qualität sicherzustellen. Alles andere sollte im Optimalfall im Hintergrund mit einem möglichst hohen Automatisierungsgrad ablaufen.

body LIFE: Welche hauptsächlichen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein neu gegründetes Boutique Studio erfolgreich ist?

Matthias Menne: Der richtige Standort, das richtige Konzept und die Zusammenarbeit mit den richtigen Kooperationspartnern sowohl in der Phase der Existenzgründung als auch im täglichen Betrieb. Es ist festzustellen, dass sich Existenzgründer sehr viele Gedanken über den Start in die Selbstständigkeit machen, aber deutlich zu wenig Augenmerk auf die gewinnbringende Organisation des danach folgenden Alltagsbetriebs legen. Eine erfolgreiche Selbstständigkeit entscheidet sich aber leider nicht nur während der Gründungsphase, sondern im ersten Jahr nach dem Start des Unternehmens.

body LIFE: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Boutique-Studio-Markt in den nächsten Jahren in Deutschland entwickeln?

Matthias Menne: Hier eine seriöse Prognose abzugeben, fällt mir ein wenig schwer, da ja viel von der allgemeinen Konjunktur und vom Konsumverhalten der Bevölkerung abhängt. Grundsätzlich gehe ich aber schon davon aus, dass Boutique-Studio-Konzepte eine sehr große Relevanz für all diejenigen haben werden, die sich zukünftig als Fitnessunternehmer in Deutschland selbstständig machen möchten, da der Kapitalbedarf für die Neugründung eines modernen großen Fitnessstudios mit mehreren tausend Quadratmetern Fläche extrem hoch ist und ein solches Studiokonzept auch nicht in allen Einzugsgebieten funktioniert. Was spricht also gegen ein flächendeckendes, wohnortnahes Fitnessangebot durch professionelle inhabergeführte Boutique Studios außerhalb der jeweiligen Einzugsgebiete der bestehenden Fitnessanlagen, um so den Anteil der Fitnesssportbegeisterten an der Gesamtbevölkerung noch weiter zu erhöhen?

body LIFE: Vielen Dank für das Interview.


Foto:DSB-digital systemische Betriebskonzepte GmbH

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