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„Endverbraucher profitieren von den neuen Standards“

Erst kürzlich wurde die DIN-NORM 33961 um das EMS-Training erweitert. Und auch im Strahlenschutzgesetz wurde Mitte Oktober 2018 das EMS-Training berücksichtigt. Welche Punkte die DIN-Norm und das Strahlenschutzgesetz beinhalten und welche Auswirkungen das für EMS-Anbieter und auch für Trainierende hat – darüber haben wir mit Stephan Müller gesprochen.

body LIFE: Die DIN-Norm 33961 wurde kürzlich um EMS-Training erweitert. Aus welchem Anlass kam es zu dieser Erweiterung?

Stephan Müller: In vielen anderen Bereichen der Wirtschaft und der Geschäftswelt sind Zertifizierungen und unabhängige Qualitätsüberprüfungen seit Langem ein etablierter Standard. In Deutschland ist es jetzt gelungen, als erstes Land weltweit mit der DINNORM 33961 eine demokratisch legitimierte Norm für Fitnessstudios zu erstellen und zuzulassen. Die Fitnessund Gesundheitsbranche setzt sich mit der Normenreihe DIN 33961 selbst normative Vorgaben, um einen Qualitätsmaßstab zu etablieren. In dieser Norm sind die wichtigsten Informationen zum EMS-Training auch enthalten. Durch die von allen interessierten Kreisen verabschiedete DINNorm 33961 reguliert sich die Branche selbst und gibt damit keinen Anlass für Fremdregulierung durch mitbewerbende Branchen oder gar den Gesetzgeber. Sollte es in Zukunft in einer EMS- oder Gesundheitseinrichtung zu einer anwaltstechnischen Auseinandersetzung kommen, also ein Kunde verklagt zum Beispiel ein Studio, greift der Richter, wie in der Vergangenheit zahlreich umgesetzt, immer auf die Informationen der DIN-Norm zurück. Wenn ein EMS- oder Gesundheitsstudio diese nicht erfüllt hat, werden die Anbieter immer im Nachteil sein.

body LIFE: Welche Qualitätskriterien müssen EMS-Anbieter erfüllen, um die Norm zu erfüllen?

Stephan Müller: Um die DIN-Norm zu erfüllen, müssen die Qualität des Personals, die Hygienestandards des Studios, die Sicherheitsbestimmungen im Studio, die Fluchtwege, der Notfallplan und die qualifizierten Abläufe bei einem Training, wie z.B. professionelle Anamnese, guter Betreuungsschlüssel, richtige Trainingssteuerung, Abfragen der Kontraindikationen usw., eingehalten werden. Das sind alles Voraussetzungen, die in einem professionellen EMS-Studio Standard sein sollten. Wir sind sehr positiv gestimmt, da durch diese Entwicklung das Thema „Sicherheit und qualifiziertes Training“ vor allem für die Kunden im Vordergrund steht.

body LIFE: Um Qualitätsstandards gewährleisten zu können, wurde EMSTraining Mitte Oktober 2018 auch im Strahlenschutzgesetz berücksichtigt. Welche Punkte sind in diesem Gesetz verankert?

Stephan Müller: Das neue Strahlenschutzgesetz wurde am 19. Oktober 2018 von den Regierungsvertretern verabschiedet. Hier sind auch wichtige Grundlagen für ein sicheres und professionelles EMS-Training enthalten. Es gibt beim Strahlenschutzgesetz noch ein paar offene Punkte, zu denen wir noch in Rücksprache mit dem Expertenkreis EMS stehen. Hier stehen wir im Kontakt mit zahlreichen Spezialisten, Universitäten und Ausbildungseinrichtungen und Regierungsvertretern, um diese Punkte noch im Detail zu besprechen.

body LIFE: Welche Auswirkungen haben die DIN-Norm und die Berücksichtigung von EMS-Training im Strahlenschutzgesetz für die EMS-Anbieter? Sind die jeweiligen Anforderungen verpflichtend?

Stephan Müller: Die DIN-Norm ist ab dem Zeitpunkt, wo diese erschienen ist, eine Norm, auf die sich jeder Anwalt und jeder Richter im Falle eines Rechtsstreites berufen wird. Das neue Strahlenschutzgesetz hat eine Übergangsphase von zwei Jahren und ist ab dem 1. Januar 2021 bindend. Ab diesem Zeitpunkt kann es Bußgelder und Mahnverfahren durch das Gewerbeamt und öffentliche Stellen geben. Wichtig ist hierzu: Alle Einrichtungen, die professionell und qualifiziert mit dem Thema „EMS“ umgehen, haben hier nichts zu befürchten. Ganz im Gegenteil. In diesen Einrichtungen haben die Endkunden die Gewissheit, dass sie ein optimales, auf den Kunden zugeschnittenes Training bekommen und dass dort vor allem das Personal über die richtige Qualifikation und die Hintergrundinformation zum Thema „EMS“ verfügt.

body LIFE: Die aktuellen Maßnahmen sollen Qualitätsstandards sichern. Heißt das im Umkehrschluss, dass bisher Sicherheitsrisiken beim EMSTraining möglich waren?

Stephan Müller: Wie bei jedem Training, kann auch beim EMS mit der falschen Anwendung, indem der Kunde beispielsweise überfordert, falsch belastet oder falsch beraten wird, ein Sicherheitsrisiko entstehen. Dies ist beim EMS-Training nicht höher. Der zusätzliche Punkt ist der Einsatz der Elektromuskelstimulation, gegen die bei falscher Anwendung der Kunde nichts tun kann. Aus diesem Grund, wie auch beim Fitnesstraining, ist die Festlegung einer Norm oder eines Zertifikates, wie z.B. das TÜV-Zertifikat für EMS-Einrichtungen und EMSTrainer, eine optimale Möglichkeit, den Kunden und Interessenten die Information zu vermitteln, dass sie in diesen Einrichtungen optimal betreut werden. Wenn ein Auto oder ein anderes Produkt gekauft wird, will ja auch jeder Gewissheit haben, dass es sicher ist.

body LIFE: Inwiefern profitieren die Endverbraucher – also die Trainierenden – von den neuen, erweiterten EMS-Qualitätsstandards?

Stephan Müller: Von den neuen Standards profitieren vor allem die Endverbraucher und Trainierenden. Für ein qualifiziertes Training sind verschiedene Säulen verantwortlich. Es fängt an bei der Ausstattung mit zugelassenen und sicheren Geräten, dem optimalen Notfallplan – also: Was muss im Notfall getan werden, wenn es auf Sekunden ankommt? – über die Ausbildung der Trainer bis hin zu den Hygienestandards. Weitere Punkte sind der Einsatz der Trainingsmaterialien – dies ist vor allem beim EMS-Training wichtig, da diese zum Teil direkt am Körper getragen werden, die richtigen Abläufe, eine qualifizierte Einstufung der Kunden durch eine optimale Anamnese und die sinnvolle Trainingssteuerung, die beim EMS zum Teil ganz anders reguliert werden muss. Ein wichtiger Punkt ist auch der richtige Umgang mit der Versorgung des Körpers, also zum Beispiel die Wasseraufnahme beim Training.

body LIFE: Wie sehen die Qualitätsstandards beim EMS-Training in anderen Ländern aus? Welche Gesetze und Regelungen gibt es hier?

Stephan Müller: Zum Teil gibt es hier noch deutlich zu wenig Vorgaben. Durch unsere weltweit qualifizierten EMS-Schulungen setzen wir momentan einen dringend notwendigen und hohen Standard für ein erfolgreiches und sicheres EMS-Training. Vor allem beim Sprung in den amerikanischen Markt ist das Thema „Sicherheit“ nicht hoch genug aufzusetzen. Der Startschuss hierfür war die erste FIBO in den USA, die im Dezember in Orlando stattfand. Dort haben wir unsere deutschen Qualitätsstandards vermittelt, damit das EMS-Training sich weiterhin so positiv entwickelt wie bisher. Jede einzelne Verletzung oder Probleme, die durch EMS-Training entstehen, hemmen diese Entwicklung. Bei einer professionellen und qualifizierten Anwendung ist dies so gut wie ausgeschlossen.

body LIFE: Vielen Dank.


Foto: GluckerKolleg

Nachgefragt bei Dominic Bessler, Prokurist/Vertriebsleitung XBody

body LIFE: Herr Bessler, im Rahmen des Strahlenschutzrechtes sind neue Regelungen für EMS-Training vorgesehen; zusätzlich wurde die DIN-Norm 33961 ganz aktuell um EMS-Training erweitert. Wie beurteilen Sie als EMS-Anbieter die aktuellen, neuen Qualitätsstandards?

Dominic Bessler: Wir als Firma XBody begrüßen die Neufassung des Strahlenschutzrechtes. Vor allem die Regelung der Voraussetzungen der Grundausbildung der Trainer und die Vereinheitlichung und Regelung der Ausbildung zum EMS-Trainer ist ein sehr guter Schritt nach vorne. Selbstverständlich erfüllen wir die Herstellerangaben schon seit Jahren.

body LIFE: Wird Ihr Unternehmen die DIN-Zertifizierung vollziehen und inwiefern müssen hierfür bei Ihren Produkten und Konzepten Anpassungen vorgenommen werden?

Dominic Bessler: Die Grundidee eines generellen Zertifizierungsprozesses für EMS-Anwendungen finden wir als Firma XBody mehr als wichtig. Leider wird hier aber immer nur die Meinung eines Herstellers vertreten – bis hin zur Gerätebeschreibung im Zertifizierungstext. Wir als einer der führenden Hersteller von EMS-Geräten weltweit wurden in diese Prozesse bis dato nicht eingebunden – noch in irgendeiner Form befragt. Selbstverständlich sind wir jederzeit bereit, unser Wissen und die Erfahrung für einen absolut herstellerunabhängigen Zertifiziebody rungsprozess im Sinne der Qualitätssicherung mit einzubringen!

body LIFE: Wie beziehungsweise durch welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen bis dato dafür Sorge getragen, dass hohe Qualitätsstandards erfüllt werden?

Dominic Bessler: Wir haben unsere Herstellungsprozesse und auch das EMSGerät schon vor Jahren nach den Normen der Medizingerätevorschriften vom TÜV zertifizieren und anerkennen lassen. Dazu bieten wir mit unserem internationalen „EMS Trainer Institute“ die Ausbildung zum EMS-Trainer an, um vor allem den Anwender bestmöglich auszubilden und für das Training mit den Kunden vorzubereiten!

body LIFE: Herr Bessler, vielen Dank für das Kurzinterview.

Nachgefragt bei Jan Ising, International Distribution & Marketing EMS GmbH

body LIFE: Herr Ising, im Rahmen des Strahlenschutzrechtes sind neue Regelungen für EMS-Training vorgesehen; zusätzlich wurde die DIN-Norm 33961 ganz aktuell um EMS-Training erweitert. Wie beurteilen Sie als EMS-Anbieter die aktuellen, neuen Qualitätsstandards?

Jan Ising: Wir sehen uns als Hersteller der Sicherheit von Betreibern und auch Endkunden zu 100 Prozent verpflichtet. Wichtig ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass die Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen in der Lage sind, kompetent ein Training anzuleiten und es durchzuführen. Wichtig ist hierbei auch aus pädagogischer, therapeutischer und trainingswissenschaftlicher Sicht ein Kompetenzaufbau beim Trainierenden. Das heißt, Menschen müssen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Handlungskompetenzen und Einschätzungen zu entwickeln, zu erfüllen und zu erleben.

Zur DIN-Norm: 1. Leider lassen die Formulierungen nur den Schluss zu, dass hier von einem Hersteller diktiert wurde. 2. Wir möchten den Weg zu noch mehr Qualität begleiten, allerdings nicht für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart und Zukunft. 3. Die Vorgaben gestalten leider keine Sicherheit, sondern richten den Fokus auf aktuelle Risiken unter einem Deckmantel normativer Anforderungen. 4. Die aufgegriffenen Risiken treten in der aktuellen Umsetzung auf. Ein Risiko durch Übertraining wird doch nicht reduziert, indem einmal pro Woche im Grenzbereich des Trainierenden trainiert wird. Alle Studien basieren auf zwei Trainingseinheiten pro Woche. Die Normen limitieren jedoch eine Weiterentwicklung des Marktes und des Trainings an sich. 5. Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass etwas längere Trainingszeiten bei moderater Intensität bessere Effekte erzielen. Was ein Trainierender als „moderate Intensität“ empfindet, kann er sicher am besten selbst entscheiden.

body LIFE: Wird Ihr Unternehmen die DIN-Zertifizierung vollziehen und inwiefern müssen hierfür bei Ihren Produkten und Konzepten Anpassungen vorgenommen werden?

Jan Ising: Die DIN-Zertifizierung betrifft ja keine Hersteller, sondern Studios. An unsere Geräte werden hier Anforderungen formuliert, die uns zurück in die Vergangenheit werfen würden. Wir sind sehr glücklich und stolz auf unsere patentierte Elektrodentechnologie, die Wasser, unhygienische Bedingungen und aufwendiges Handling unnötig machen. Die Normen beschreiben jedoch ein EMS-Gerät als eine Kombination aus einzelnen Elektroden, Unterwäsche etc. Hier finden wir uns mittlerweile glücklicherweise nicht mehr.

body LIFE: Wie bzw. durch welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen bis dato dafür Sorge getragen, dass hohe Qualitätsstandards erfüllt werden?

Jan Ising: Wir setzen neben Aspekten wie Ausbildung und Schulung, Vorqualifikationen oder Erfahrung auch sehr auf Unterstützung und Sicherheit durch Technologie. Die Impulserzeugung durch einen Akku mit lediglich 12 Volt birgt selbstverständlich deutlich geringere Risiken als z.B. die direkte Verbindung zwischen Elektroden und dem Hausstrom mit 230 Volt. Unsere Elektronik überwacht während des gesamten Trainings jeden einzelnen Kanal. Sollte hier also ein Kontaktverlust entstehen, wird die Impulsintensität sofort auf null reduziert. Die Technologie ist z.B. in der Lage, die Kontaktqualität, das heißt die Verbindung zwischen Elektrode und Haut, zu messen und dementsprechend für das Training freizugeben. Wir arbeiten mit unseren „Research & Development“-Teams und Wissenschaftlern kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Produktqualität. Verantwortung für Sicherheit und Ergebnisse ist eine unserer Grundmaximen. Ziel muss es sein, sowohl im gewerblichen als auch privaten Einsatz ein Höchstmaß an Sicherheit, Convenience und Adaptierbarkeit anzubieten, um den höchst individuellen Anforderungsprofilen der unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht werden zu können.

body LIFE: Herr Ising, vielen Dank für das Kurzinterview.

Nachgefragt bei Jürgen Decker, Geschäftsführer miha bodytec GmbH

body LIFE: Herr Decker, im Rahmen des Strahlenschutzrechtes sind neue Regelungen für EMS-Training vorgesehen; zusätzlich wurde die DIN-Norm 33961 ganz aktuell um EMS-Training erweitert. Wie beurteilen Sie als EMS-Anbieter die aktuellen, neuen Maßnahmen ?

Jürgen Decker: In zahllosen Gesprächen mit unseren Kunden, Interessenten und Partnern haben wir in den vergangenen Jahren den EMSMarkt darauf vorbereitet und für Qualität und eine sichere Anwendung sensibilisiert. Die neue Erweiterung der DIN 33961 regelt nun offiziell den „Stand der Technik“ und schafft damit erstmals Rechtssicherheit für EMS-Betreiber.

Verbraucher werden dadurch geschützt, die Qualitätsanbieter gestärkt und „schwarze Schafe“ aussortiert! Wir begrüßen diese Maßnahmen explizit und stehen allen bestehenden und künftigen Kunden gerne beratend zur Seite.

body LIFE: Wird Ihr Unternehmen die DIN-Zertifizierung vollziehen und inwiefern müssen hierfür bei Ihren Produkten und Konzepten Anpassungen vorgenommen werden?

Jürgen Decker: Die neue Erweiterung der DIN-Norm 33961 betrifft uns als Gerätehersteller nur indirekt, da hier ja die Anwendung von EMS-Training geregelt wird. Da wir selbst keine EMS-Studios betreiben, können wir uns auch nicht nach der DIN 33961 zertifizieren lassen.
Allerdings regelt die Norm auch Anforderungen an das eingesetzte Equipment eines EMS-Studios. Da wir als führender Gerätehersteller mit unseren Produkten seit vielen Jahren den Standard im EMS-Markt setzen, sind alle unsere Kunden auf der sicheren Seite. Wir erfüllen zu 100 Prozent die Vorgaben der Norm an die Geräteausstattung inklusive der Elektroden und der Trainingskleidung. Es sind keinerlei Anpassungen notwendig. Daher sind auch alle unsere Bestandskunden bei dieser wichtigen Forderung der Norm abgesichert.

body LIFE: Wie beziehungsweise durch welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen bis dato dafür Sorge getragen, dass hohe Qualitätsstandards erfüllt werden?

Jürgen Decker: Seit der Einführung der Safety-first-Richtlinien der Wissenschaft für sicheres EMS-Training im Jahr 2016 verpflichten wir uns, unsere Kunden und unsere Partner zu deren Einhaltung. So beliefern wir beispielsweise keine Kunden oder Betreiberkonzepte, die auf Gruppentraining oder EMS-Training ohne Betreuung setzen. Durch unsere konsequente Kommunikation und Anwendung dieser Handlungsempfehlungen hat sich ein hoher Qualitätsstandard im EMSMarkt verbreitet.
Auf der Produktseite setzen wir bei der Herstellung und Entwicklung auf die Standards für Medizinproduktehersteller. Wir erfüllen die hohen Anforderungen der ISO 13485:2016.

body LIFE: Herr Decker, vielen Dank für das Kurzinterview.

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