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Foto: Wayne0216/Shutterstock.com
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Ergebnisse einer weltweiten Studie

Welche Fitnesstrends bringt das neue Jahr? Welche Trainingsformen haben ihren Zenit überschritten? Fragen, mit denen sich wohl jeder Entscheidungsträger in der Fitnessbranche auseinandersetzen muss – vor allem wenn es darum geht, finanziell bedeutsame und richtungsweisende Entscheidungen für die Entwicklung und zukünftige Ausrichtung des eigenen Unternehmens zu treffen. Um diese Fragen zu beantworten, ist es weder ratsam, sich an die neuesten Innovationen von Dauerwerbesendungen zu halten, noch empfehlenswert, auf den nächsten TV-Star zu setzen, der sein eigenes Fitnessprodukt vermarktet.

Eine höhere Aussagekraft bieten stattdessen repräsentative Umfragen unter Gesundheits- und Fitnessexperten, die mit dem nötigen Fachwissen und großer Erfahrung ausgestattet sind und relativ unabhängig ihre Prognose abgeben können. Eine solche Umfrage wurde nun bereits zum zwölften Mal in Folge im Auftrag der Fachzeitschrift ACSM‘s Health & Fitness Journal durchgeführt1. Die Kontinuität in der Methodik erlaubt es, Aussagen über Trends auf der einen Seite und Modeerscheinungen auf der anderen Seite zu treffen. Während Trends generelle Entwicklungen darstellen, die einen längeren Zeitraum überdauern und jahrelang Top-Platzierungen innerhalb der Umfrage einnehmen, kommen Modeerscheinungen zwar schnell auf, ebben aber ebenso schnell wieder ab und verlieren ihren Status oft schon nach einem Jahr.

Die Studie

Insgesamt konnten 40 mögliche Trends auf einer Skala von 1 (sehr unwahrscheinlich ein Trend) bis 10 (sehr wahrscheinlich ein Trend) bewertet werden. Diese setzten sich aus den Top 25 der vorherigen Jahre zusammen sowie aus Vorschlägen der für die Umfrage zuständigen Wissenschaftler. Die Wissenschaftler repräsentierten die vier Bereiche der Fitnessindustrie (Unternehmen, Kliniken, Gemeinden, kommerzielle Anbieter) sowie den akademischen Sektor.

Die Umfrage wurde an 114.455 Experten aus der Fitness- und Gesundheitsbranche (z.B. Mitglieder von Verbänden sowie Organisationen, Besitzer bestimmter Trainerlizenzen) auf der ganzen Welt gesandt. Die Rücklaufquote betrug wie in den Vorjahren zufriedenstellende vier Prozent, was insgesamt genau 4.133 Teilnehmern entspricht.

HIIT an der Spitze der Fitnesstrends 2018

Foto: Dirima/Shutterstock.com
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Im Vergleich zur Vorjahresbefragung schafften es die Lizenzierung von Fitnessfachkräften, das Core-Training und das sportartenspezifische Training neu in die Top 20. Aus den Top 20 herausgefallen sind dagegen Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, Fitness-Apps über das Smartphone sowie das Überprüfen von Ergebnissen (z.B. Evaluation eines Gesundheitsprogramms).

Die Top-20-Trends für das Jahr 2018 setzen sich wie folgt zusammen:

1. Hochintensives Intervalltraining (HIIT):

HIIT besteht aus kurzen Phasen hochintensiver Übungen, gefolgt von einer kurzen Erholungspause. Die Dauer einer solchen Einheit beträgt in der Regel weniger als 30 Minuten. Auch wenn das Verletzungsrisiko von einigen Experten bei dieser Trainingsform als erhöht angesehen wird, erfreut sie sich weltweit großer Beliebtheit.

2. Gruppenbasiertes Training:

Fitnesstrainer führen durch verschiedene Kurse mit mindestens fünf Teilnehmern, demonstrieren und motivieren dabei. Die verschiedenen Kursformen reichen dabei von Aerobic- über Spinning- bis hin zu Tanzgruppen.

3. Wearables:

Hierzu zählen Aktivitätstracker, Smart-Watches, Herzfrequenzoder GPS-Sensoren und Datenbrillen. Vor allem den Datenbrillen wird eine rasante Entwicklung vorausgesagt.

4. Training mit dem eigenen Körpergewicht:

Diese Trainingsform benötigt kaum zusätzliches Equipment und ist daher sehr kostengünstig. Zwar kann sie als eine der traditionellsten Formen des Krafttrainings angesehen werden, hat sich aber erst in den letzten Jahren zu einem Trend entwickelt.

5. Krafttraining:

Das Krafttraining zählt seit Beginn der Umfrage vor zwölf Jahren kontinuierlich zu den wichtigsten Fitnesstrends. Ebenso wie die Zielgruppe (Frauen und Männer, junge und alte Personen), so ist auch das Anwendungsgebiet (Maximalkraftgewinn, Prävention, Rehabilitation) breit gefächert.

6. Geschulte, zertifizierte und erfahrene Fitnessberufstätige:

Dies ist seit einigen Jahren ein bedeutender Trend, der durch Akkreditierungsverfahren verschiedener Organisationen weiter anhalten wird. Die steigende Zahl an Fitnessexperten macht das Feld kompetitiver, Akkreditierungen dienen dabei der Regulation.

7. Yoga:

Yoga existiert in zahlreichen Formen und arbeitet sich Jahr für Jahr auf der Liste der wichtigsten Trends nach vorn. Neben zahlreichen verfügbaren Videoinstruktionen und Fachbüchern erfindet sich Yoga immer wieder neu und stellt damit eine attraktive Trainingsvariante dar.

8. Personal Training:

Die Personal Trainer können in einem der vier oben genannten Bereiche der Fitnessindustrie angestellt oder auf selbstständiger Basis tätig sein. Während neben der 1-zu-1-Betreuung auch das Training in Kleingruppen noch als Personal Training gilt, spielt die Zertifizierung der Personal Trainer eine immer größere Rolle.

9. Fitnessprogramme für ältere Menschen:

Immer mehr ältere Menschen wollen ihre körperliche Leistungsfähigkeit beibehalten oder verbessern. Für Fitnessstudios besteht zudem das Potenzial, Tageszeiten mit sonst schwacher Auslastung (z.B. vormittags) mit zielgruppengerechten Programmen zu füllen.

10. Funktionelle Fitness:

Bei dieser Trainingsform werden Kraftübungen zur Verbesserung bestimmter Bewegungsmuster eingesetzt, z.B. sportartspezifische Abläufe oder Alltagsaktivitäten. Im zweiten Fall werden Übungen zur funktionellen Fitness oftmals in Programme für ältere Personen integriert.

11. Training und Gewichtsreduktion:

Abnehmprogramme beinhalten neben einer Regulierung der Kalorienzufuhr oft ein angepasstes Trainingsprogramm. Ein Trend, der seit vielen Jahren den Top 20 angehört und von zahlreichen (kommerziellen) Anbietern vorangetrieben wird.

12. Körperliche Aktivität als Medizin:

Dieser Ansatz nutzt die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität auf Gesundheitsparameter und sieht diese als festen Bestandteil von durch Ärzte empfohlene Behandlungen. Z.B. sollen Ärzte ihre Patienten konkret an ihnen bekannte Fitnesstrainer verweisen.

13. Gruppenbasiertes Personal Training:

In Klein- bzw. Kleinstgruppen von zwei bis vier Personen erfahren die Kunden ähnlich dem klassischen Personal Training eine persönliche Betreuung und profitieren gleichzeitig von einem Preisnachlass verglichen zum 1-zu-1-Training.

14. Outdooraktivitäten:

Hierzu zählen Wandern, Klettern, Canyoning und Kajakfahren. Dieser Trend hat in der Umfrage seit 2010 Bestand und kann mit Familie, Freunden, in einer Gruppe oder allein betrieben werden.

15. Beweglichkeits- und Flexibilitätsroller:

Neben den Schaumstoffrollen können Rollen auch aus Hartgummi oder Holz bestehen und werden zur Massage, Reduktion von Muskelspannung und Verbesserung der Durchblutung eingesetzt. Ob wirklicher Trend oder nur Modeerscheinung – das wird die Zukunft zeigen.

16. Lizenzierung für Fitnessberufstätige:

Ähnlich wie ein Arzt ein abgeschlossenes Medizinstudium zur Ausübung seines Berufs benötigt, werden im Fitnessbereich Lizenzen für bestimmte Tätigkeitsfelder vorausgesetzt. Allerdings gibt es noch keine flächendeckenden Regularien. Das Thema „Lizenzierung“ befindet sich 2018 zum ersten Mal in den Top 20 der Fitnesstrends.

17. Zirkeltraining: Beim Zirkeltraining

werden verschiedene Übungen in definierter Reihenfolge und mit vorbestimmter Belastungsdauer mit einer kurzen Erholungspause absolviert. Vor allem Kraftzirkel erfreuen sich großer Beliebtheit.

18. Wellnesscoaching:

Wellnesscoaching integriert die Wissenschaft der Verhaltensänderung, Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Rehabilitation. Einem 1-zu-1 Ansatz folgend, unterstützt, ermutigt und bestätigt der Coach, wenn beispielweise kurz- oder langfristige Ziele erreicht wurden.

19. Core-Training:

Durch entsprechendes Training wird die Bauch-, Brustsowie Rückenmuskulatur und somit die Körpermitte gestärkt. Durch instabile Untergründe können die Übungen zusätzlich intensiviert werden. Bis 2010 zählte das Core-Training noch zu den topplatzierten Fitnesstrends, befindet sich seitdem aber eher auf dem Rückzug.

20. Sportartspezifisches Training:

Dieser Trend richtet sich vornehmlich an junge Athleten aus spezifischen Sportarten wie Tennis oder Fußball. So trainieren die Sportler in der wettkampffreien Zeit athletische Fähigkeiten, die ihnen bei der Ausübung ihrer Sportart zugutekommen.

Fazit

Die diesjährige Umfrage bestätigt in großenTeilen die Trends aus dem vergangenen Jahr. Neben den genannten Trends, die aus den Top 20 gefallen bzw. neu hinzugekommen sind, gibt es weitere interessante Entwicklungen. Das sportartspezifische Training beispielweise schwankt sehr stark in seinen Platzierungen und war in der vorherigen Befragung nicht mehr in den Top 20. Das Core-Training dagegen verliert seit einigen Jahren kontinuierlich an Platzierungen. Auch wenn es ein zentrales Gesundheitsproblem in vielen Nationen darstellt, verzeichnet das Thema „Übergewicht im Kindes- und Jugendalter“ einen starken Rückgang und ist seit 2016 nicht mehr in den Top 20 zu finden.

Einige schon länger topgerankte Trends konnten ihre Platzierung weiter verbessern oder zumindest bestätigen. Hierzu zählen HIIT, Wearables, Training mit dem eigenen Körpergewicht und geschulte, zertifizierte und erfahrene Fitnessberufstätige.

Bei der Bewertung der Umfrageergebnisse sollte im Hinterkopf behalten werden, dass in dieser Umfrage Trends eingestuft werden sollten. Diese entwickeln sich eher langsam, bleiben dafür aber einen längeren Zeitraum über bestehen, während Modeerscheinungen so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Wie die Ergebnisse für zukünftige Entscheidungen genutzt werden, muss in Abhängigkeit vom Fitnesssektor – Unternehmen, Kliniken, Gemeinden oder kommerzielle Anbieter – und von der Ausrichtung der jeweiligen Einrichtung individuell entschieden werden.

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