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Henry steht am Bistrotisch seines Clubs und beobachtet das Treiben auf der Fläche. Es ist noch früh am Tag, doch die Geräte sind bereits besetzt, die beiden Gruppenkursräume platzen aus allen Nähten – kurzum: Das Geschäft brummt.

Lila von Bölum kommt auf ihn zugeschlendert und haucht ihm zwei Luftküsse auf die Wangen. Stolz und schelmisch hält sie ihm ihre beiden behandschuhten Hände vor die Augen. Ob er wisse, was das sei, flötet sie ihm augenaufschlagend an. Wie Winterhandschuhe würden die nicht aussehen, schmunzelt Henry. Lila knufft ihn in die Seite. Die habe sie von ihrem Mann geschenkt bekommen, Ex-Mann, aber er wisse ja, dass sie sich noch immer aufs Beste verstünden. Auch ihr Mann trage beim Training immer die Handschuhe. Henry kennt den Mann. Auf seiner persönlichen Skala handelt es sich um einen Softtrainingskunden. Selbst Einmal-Hygienehandschuhe wären für den schon übertrieben, denkt sich Henry.

Zeit für „echtes“ Training

Lila wartet auf sein Kompliment ihre Handbekleidung betreffend und blinzelt ununterbrochen mit ihren Wimpern. Ja, es schaue schick aus, zeichnet Henry sie aus. Nun müsse sie aber auch zum echten Training übergehen. Was das jetzt wieder heißen solle, schmollt sie ihn beleidigt an. Nun, die Handschuhe brächten ihre ja nur etwas, wenn sie auch kritische Lasten beuge, stoße oder allgemein bewege. Moment – sie sei schließlich keine Bodybuilderin – Gott bewahre. Sie wolle sich nur ein wenig in Form bringen.

Das habe sie aber schon seit fünf Jahren vor, pariert Henry ihren hehren Wunsch. Er sei heute aber entsetzlich hässlich zu ihr. Sie komme nun halt in die Jahre und wolle ihr Hinterteil daher auch ein wenig straffen. Eben, kontert Henry kurz. Lila versteht rein gar nichts. Henry legt ihr väterlich den Arm um die Schultern. Sie müsse verstehen, dass das Training auf dem Crosstrainer und die paar Übungen an der Beinpresse, bei dem sie das Gewicht endlos unterhalb ihrer Reizschwelle wähle, damit sie nicht schwitze, nichts brächten. Wenn sie einen knackigen Hintern haben wolle, dann müsse sie ihren Muskeltonus erhöhen. Was denn ein Drucker damit zu tun habe, fragt sie mit reichlich leerem Blick.

Henry blickt zur Decke und atmet einmal durch. Gar nichts habe der Toner eines Druckers mit ihrem Muskeltonus zu tun. Der sei aber für die Spannung des Muskels verantwortlich. Sie solle sich einmal drüben Thomas anschauen – wie der trainiere.

Henry bekennt sich zum Bodybuilding

Lila blickt verächtlich zur Workoutfläche. „Bodybuilding!“, schnaubt sie abfällig. „Ja, Himmelherrgott! Lila!“, hebt Henry die Stimme. Was glaube sie eigentlich, woher er komme? Vom Kunstturnen oder vom Gesellschaftstanz? Bodybuilding sei nun einmal die Wurzel des Fitnessgeschäfts und auch heute noch das eigentliche Kernprodukt. Sie möge es nennen, wie sie wolle, aber Ergebnisse – auch ihr „Knackpo“ – seien nur mit den Methoden möglich, die beim Bodybuilding Anwendung fänden. Es gehe ihm mächtig auf den Zeiger, dass sie das Bodybuilding immer so stigmatisiere. Erneut leere Blicke auf der weiblichen Seite...

Na, wer wolle denn schon mit Bodybuilding in Verbindung gebracht werden, fragt Lila vermeintlich triumphierend. Er, Henry, zum Beispiel, antwortet Henry kühl und mit einem wohl dosierten Schuss Arroganz. Das habe sie nicht gewusst, empört sich Lila. Na, jetzt wisse sie es ja, sagt Henry. Dann müsse sie ihre Mitgliedschaft überdenken, warnt Lila. Ja, das könne sie tun. Bis es soweit sei, könne sie den Versuch unternehmen, endlich einmal ihr Ziel zu erreichen. Henry böte sich an, ihr einen Plan zusammenzustellen. Lila willigt ein.

Henry hat Lila überzeugt

Ein Jahr später steht Henry an der Theke und beobachtet Lila im Workoutbereich. Nach dem Training kommt sie bei ihm vorbei und grüßt ihn. Henry fragt nach, was mit den beiden Freundinnen von neulich sei, mitgliedschaftsmäßig. Lila winkt ab. Denen sei das Eisen an den Händen unangenehm. Lila schüttelt den Kopf und grüßt, indem sie ihre handschuhfreien Handflächen hebt. Henry erkennt kleine Hornhauthügel unter den Fingergrundgelenken. Er wirft ihr einen Schmatzer hinterher und betrachtet bewundernd ihr knackiges Hinterteil. Lila wackelt zur Umkleide und dreht sich auf Henrys lobenden Pfiff noch nicht einmal mehr um.

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