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Interview mit Eckbert Ganns, General Manager D/A/CH Life Fitness

body LIFE: Bei Life Fitness ist man in Sachen Digitalisierung mit der Plattform namens „Halo“ den nächsten Schritt gegangen. Was kann die Plattform leisten und inwiefern können Studiobetreiber und Trainer von ihr profitieren?

Eckbert Ganns: Die Plattform unterstützt Betreiber und Trainer in den relevanten Problemfeldern. Als Beispiel: Wie sieht das Training der Mitglieder sowohl in meinem Studio als auch außerhalb meines Studios aus, was bedeutet das für mein Angebot, wie erreiche ich Kunden mit der richtigen Botschaft zum passenden Zeitpunkt – und das auf effiziente Art und Weise. Effiziente Erstellung von Trainingsplänen für innerhalb und außerhalb der Einrichtung, die dem Endkunden auf einer App zur Verfügung gestellt werden. Auf der App ist dann nach einem erfolgten Training ein direktes Feedback zum Trainingserlebnis an den jeweiligen Trainer möglich.
Auch „Asset Management“ ist ein zentraler Punkt. Wo steht ein Trainingsgerät und wie intensiv wird es genutzt, wann sollte ich welche Wartungsarbeiten durchführen, welcher Standorttausch unter den Geräten macht Sinn? All diese Punkte helfen dem langfristigen Erhalt der Gerätschaften und sorgen dafür, dass Betreiber, Trainer und Kunden länger Spaß an den Trainingsgeräten haben.

body LIFE:
Viele Digitalisierungskritiker bemängeln, dass die persönliche Komponente – also der Kontakt zwischen Trainer und Studiomitglied – verloren geht. Die Vertiefung der Kommunikation zwischen Trainern und Mitgliedern ist unter anderem eines der Ziele von „Halo“. Wie genau soll das funktionieren?

Eckbert Ganns: Wenn wir von einem mittleren bis gehobenen Beitragssegment sprechen, ist diese Kritik nur dann angebracht, wenn die Möglichkeiten der Digitalisierung zum Abbau der Personalkosten verwendet werden – was ich gerade in diesem Segment für den falschen Ansatz halte. Die Digitalisierung hat vor allem ihre Vorteile bei der Reduktion der administrativen Dinge und ermöglicht durch das Zurverfügungstellen von Daten neue Wege gerade in der persönlichen Dienstleistung. Das proaktive Ansprechen von Kunden aufgrund von realem Trainingsverhalten ist dabei ein gutes Beispiel.

body LIFE:
Erst kürzlich mussten sich zwangsläufig zahlreiche deutsche Clubbetreiber mit dem Thema „Datenschutz“ beschäftigen. Auch im Zusammenhang mit Softwarelösungen sind Kundendaten ein sensibles Thema. Wie handhabt das die neue digitale Plattform?

Eckbert Ganns: Grundsätzlich hat sich seit dem 25.5. mit der DSGVO aus der reinen Datenschutzsicht wenig verändert. Datenschutz wurde auch vorher bereits klar gesetzlich geregelt. Das umfangreiche Einfordern von Zustimmung für die Speicherung und Verarbeitung von Daten und die Konsequenzen im Falle von Rechtsverstößen sind allerdings enorm angestiegen. „Halo“ als digitale Plattform unterliegt den gesetzlichen Bestimmungen, an die wir uns selbstverständlich halten.

body LIFE: Viele Clubbetreiber beklagen, dass für die zahlreichen Softwarelösungen nicht ausreichend Schnittstellen vorhanden sind. Inwiefern hat Life Fitness dieses Problem berücksichtigt und welche Lösungen konnten gefunden werden?

Eckbert Ganns: „Halo“ wurde von Beginn an als offene Plattform konzipiert. Unser Ziel ist es, dem Betreiber als unserem Kunden so weit wie möglich Entscheidungsfreiheit zu lassen. Wir sind deshalb bestrebt, mit den relevanten Partnern des Marktes entsprechende Schnittstellen zu erstellen. Dabei ist es egal, ob es sich um Verwaltungssoftware oder Trainingslösungen handelt. Momentan gibt es neben den bereits bestehenden Partnern eine ganze Reihe von entsprechenden Projekten – und wir werden uns mithilfe unserer Kunden auch hier kontinuierlich weiterentwickeln.

body LIFE: Setzen bereits erste Referenzstudios in Deutschland die Plattform ein? Wenn ja, wie fällt das Feedback der Betreiber aus? Wo sehen sie die Vorteile, wo sind gegebenenfalls noch Anpassungen notwendig?

Eckbert Ganns: Wir sind aktuell in der Vorbereitung mit den ersten Kunden. Software ist nicht mit Trainingsgeräten vergleichbar und erfordert von uns Anpassung, Prozessdefinition, Mitarbeiterschulung und personelle Erweiterung – vor allem auch für eine kompetente dauerhafte Betreuung der Fitnessstudios. Das hat natürlich Zeit benötigt, die wir uns auch genommen haben, um von Beginn an unseren und den Kundenerwartungen gerecht werden zu können. Konkret werden wir die ersten Anlagen ab circa Oktober in Betrieb nehmen.

body LIFE: Trotz großer Fortschritte steht die Digitalisierung in der Fitnessbranche erst am Anfang. Was glauben Sie, wie geht die Entwicklung, die nächsten fünf bis zehn Jahre in unserer Branche weiter?

Eckbert Ganns: Digitalisierung in unserer Industrie wird sich nicht aufhalten lassen und ist für alle Marktsegmente von Bedeutung. Die Arten der Anpassung werden allerdings vom Geschäftsmodell abhängig sein. Die neuen technischen Möglichkeiten und auch die veränderte Erwartungshaltung der „Digital Natives“ werden das gesamte Thema „Bewegung“ und die damit verbundene Dienstleistung komplett neu definieren. Persönlich glaube ich, dass im gehobenen Leistungssegment kein Fitnessclub ohne entsprechende digitale Lösungen überleben kann. Vor allem der Umgang mit Endkunden auch außerhalb des Fitnessclubs wird sich fundamental verändern.

body LIFE: Neben der „Digitalisierung“ ist „Functional Training“ ein großes Thema in den Studios. Hier steht hartes Training ohne Einsatz von Technik im Mittelpunkt. Wie passt das Ihrer Meinung nach zusammen und wie schätzen Sie hier die Entwicklung ein?

Eckbert Ganns:
Zuerst einmal ist Digitalisierung in unsere Branche nicht nur eine Frage der Digitalisierung des eigentlichen Trainings, sondern bedarf einer ganzheitlichen Betrachtung, die völlig unabhängig vom Markt oder der Nische ist. Um Ihre Frage daher konkreter zu beantworten: Ich glaube, dass durch den starken Dienstleistungsansatz gerade in diesem Marktsegment auch – und gerade hier – eine Digitalisierung kommen wird. Gerade wer hart und geplant trainiert, lebt von der Planung und der Protokollierung des Trainings.

body LIFE:
Herr Ganns, vielen Dank für das Interview.



Foto: Life Fitness

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