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Smarte Testing- und Analysetools im Fitnessstudio

Wir kennen es aus unserem Berufsalltag nur zu gut: Neu ­gewonnene Kunden, die mit viel Ambition ins Training eingestiegen sind, verlieren nach einigen Wochen plötzlich und scheinbar unbegründet ihre Motivation. Erst lässt die Trainingsfrequenz nach, dann werden bereits gebuchte Einheiten ausgelassen oder verschoben und irgendwann bleiben sie schließlich ganz weg. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein, aber sie haben meist einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“: Die erwarteten Trainingserfolge sind ausgeblieben. 

Als logische Kosequenz entstehen auf Kundenseite Frust, Ärger, Enttäuschung und das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Aufseiten der Trainer entsteht nicht selten die Befürchtung, nicht ausreichend motivierend auf die unzufriedene Kundschaft eingewirkt zu haben – allerdings zu Unrecht. Experten aus der Fitnessbranche wissen aus Erfahrung genau, was die häufigste Ursache für den mangelnden Trainingserfolg ist: Es wurde schlichtweg am Trainingsziel vorbeitrainiert.

Ein solches „Fehltraining” lässt sich durch ein möglichst individualisiertes, auf persönliche Leistungsgrenzen abgestimmtes Trainingsprogramm verhindern. Eine eingehende Analyse des Istzustandes eines Neukunden zu erheben und daraus individuelle Leistungs- und Stoffwechselparameter zu ermitteln, ist jedoch mit erheblichem zeitlichen Aufwand und einigen komplizierten Berechnungen verbunden. Viele professionell durchgeführte Funktionstests setzen sogar eine sportmedizinische Ausbildung voraus und verursachen neben dem hohen Zeitaufwand auch noch erhebliche Kosten. Kunden wie Trainer behelfen sich deshalb gerne mit Annäherungen und Faustformeln, um Zielbereiche zu definieren – und nehmen dabei einen Verlust an Exaktheit mit in Kauf. 

Hier setzen jüngste Entwicklungen im Bereich mobiler Testing- und Analysetools an: Smarte Systeme nehmen uns die Aufgabe ab, unter Berücksichtigung persönlicher Voraussetzungen effektive Ernährungs- und Trainingspläne für jeden Kunden zu erstellen – und das in Minutenschnelle.

Test- und Analysegeräte beinhalten meist dazugehörige Apps, die sich bequem digital vernetzen lassen
Test- und Analysegeräte beinhalten meist dazugehörige Apps, die sich bequem digital vernetzen lassen

Vorteile mobiler Analyse- und Trainingstools

Aus dem Profisport sind sie schon lange nicht mehr wegzudenken – nun zielen einige Hersteller dieser Mini-Hochleistungsgeräte auf das Kundensegment der Fitnessclubbetreiber und Personal Trainer ab. Ob die kleinen intelligenten Tools in absehbarer Zeit die Fitnessstudios erobern und eine Revolution in der Leistungsanalytik auslösen, wird sich zeigen. Wir sehen uns inzwischen näher an, ob die Funktionen der Systeme und Apps halten, was sie versprechen, und wie benutzerfreundlich und kosteneffizient sie tatsächlich sind.

Nun zur Antwort auf die Frage nach der Komplexität und Usability der Tools, die derzeit am Markt sind: Inhaber von Fitnessstudios und Testpersonal können aufatmen – Fachkenntnisse sind zur Bedienung dieser Geräte keinesfalls notwendig. Im Gegenteil, sämtliche Analyse- und Kalibrierungsschritte sowie die Auswertung der Messergebnisse erfolgen vollautomatisch. Die Handhabung ist somit für jeden in einigen Minuten erlern- und anwendbar.

Angebote, die sich für Fitnessstudios oder Sportclubs eignen, beinhalten meist ein oder mehrere Messgeräte, die sich digital vernetzen lassen und laufend präzise Messungen durchführen. Qualitativ hochwertige Geräte erheben Pulsstatus, Atemfunktion und weitere physiologische Parameter und errechnen aus diesen Werten das individuelle Fitnesslevel. Ausgewertet und interpretiert wird mittels einfach zu bedienender App. Mit der automatischen Auswertung der Ergebnisse stehen dem Trainer die notwendigen Daten für einen an die persönliche Leistungsfähigkeit angepassten Fitnessplan zur Verfügung. Damit wird es auch möglich, ohne großen Aufwand Vergleiche zwischen einzelnen Mitgliedern einer Trainingsgruppe zu ziehen und Leistungsentwicklungen detailiiert zu verfolgen.

Stoffwechsel- und Leistungsanalyse

Manche Funktionen der Testgeräte sind unabhängig von bestimmten Zielgruppen für alle Kunden eines Fitnessstudios von sehr hoher Relevanz. Ein Beispiel dafür ist die professionell durchgeführte Stoffwechselanalyse.

Eine der wichtigsten Grundlagen, um diese Zielvorstellungen umsetzen zu können, ist ein fundiertes Wissen über die Besonderheiten des eigenen Stoffwechsels. Der Grundumsatz der getesteten Person – also der Kalorienbedarf pro Tag, ohne dass man Sport betreibt – und die individuell sinnvolle Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen in Prozent werden im Anschluss automatisch ausgewertet. Die Auswertung dieser Parameter erlaubt es, Rückschlüsse auf die derzeitige Stoffwechselsituation (richtige oder falsche Ernährung sowie Bewegung) zu geben.

Anhand dieser individuellen Werte werden dann Trainingsprogramme mit Bezug auf Ernährung, Bewegung und Krafttraining erstellt, die die persönlichen Bedürfnisse des Kunden – wie beispielsweise Abnehmen oder Muskelaufbau – berücksichtigen. Dadurch verhilft man dem Sportler zu schnelleren und nachhaltigeren Trainingserfolgen. Dass damit eine größere Motivation verbunden ist, das erstellte Trainingsprogramm über einen längeren Zeitraum fortzuführen, versteht sich von selbst.

Ein weiteres Beispiel für schnell und einfach anzuwendende Funktionen smarter Fitness-Testapplikationen ist die sogenannte Leistungsanalyse. Zu ihr gehören die Bestandsaufnahme des aktuellen Fitnesszustands, die Ermittlung der persönlichen anaeroben Schwelle, um einer Muskelübersäuerung vorzubeugen, die Berechnung und Einstufung des BMI sowie die Erhebung der individuellen Regenerationsfähigkeit. Sie wird auf einem Cardiogerät in Form eines Stufentests durchgeführt. Dabei wird eine vorgegebene Anfangsbelastung schrittweise so weit gesteigert, wie es die Physiologie der jeweiligen Testperson erlaubt. Während der Belastung werden die Atemgase sowie Pulswerte über eine mit Sensoren ausgestattete Atemmaske systematisch erfasst, was zehn Minuten in Anspruch nimmt. Gleichzeitig erfolgt eine Atemgasmessung, die ebenfalls ungefähr zehn Minuten in Anspruch nimmt. Nach Durchführung der Testung wertet die App die ermittelten Puls- und Atemgaswerte innerhab kürzester Zeit aus und erstellt daraus individuelle Empfehlungen für ein Training im optimalen Pulsbereich. Die Ergebnisse regelmäßig angewandter Leistungsanalysen erlauben es Trainern, auf eventuelle Veränderungen im Leistungsvermögen zeitgerecht zu reagieren, Einheiten optimal anzupassen und Trainingseffekte dadurch zu verstärken.

Der wohl größte Vorteil dieser Tools und Apps liegt aber sicher in der gesteigerten Kundenzufriedenheit: Wer nach einem individuell abgestimmtem Plan trainiert, erzielt schneller messbare Erfolge, ist motivierter und bleibt dem gewählten Trainingsprogramm eher treu. Nicht zuletzt wirken zufriedene Kunden auch als Multiplikatoren für die Reputation eines Studios und ziehen so neue Kundschaft an. 

Während des laufenden Trainings ergeben sich in jedem Fall Verbesserungen des Fitnesszustands. Tests sollten folglich zwei- bis dreimal jährlich durchgeführt werden, um diese Veränderungen zu erkennen und Trainings- und Ernährungsprogramme flexibel auf die neuen Werte anzupassen. Ein großer Vorteil ergibt sich daraus auch für die Fitnessclubs: Erfolge motivieren und stärken somit die Kundenbindung. Weitere integrierte Funktionen sind Gruppenvergleiche, Kontrolle des Trainingserfolges und das Erstellen von Profilen mit ähnlichen Leistungsparametern.

Und die Kosten?

Lohnt sich für Fitnessclubbetreiber somit die Investition in ein solches Analysesystem? Gesamtpakete, die aufbereitetes Werbematerial für das Marketing beinhalten, sind derzeit schon ab 3.950 Euro erhältlich. Je nach Art und Anzahl der durchgeführten Tests und unter 

der Annahme, dass mit einem 5-Minuten-Test ein Gewinn von etwa 50 Euro erzielt werden kann, ist von einem schnellen Return on Investment auszugehen. Dabei sind die fraglos positiven Effekte auf die Kundenbindung und Kundenzufriedenheit, die ja ebenfalls einen finanziellen Impact haben, noch gar nicht miteinbezogen. 

Fazit

Die Implementierung mobiler smarter Test- und Analysegeräte im Fitnessstudio erleichtert nicht nur das Erstellen individueller Fitness- und Trainingspläne für Kunden, sondern hat darüber hinaus das Potenzial, bereits gewonnene Kunden langfristig zu binden. Durch die qualitative Aufwertung bestehender Trainingsprogramme ohne zeitlichen Mehraufwand für Mitglieder und Personal ist langfristig auch eine Erweiterung des Kundenstammes zu erwarten. 

Diesen Artikel finden Sie in der body LIFE 11/17, geschrieben von
Stefan Bartenschlager | ist Co-Founder und Geschäftsführer der Firma DYNOSTICS. Zuvor gründete er Fitnessclubs im süddeutschen Raum sowie die fitnessorientierte Werbe- und Internetagentur InsideAll. Infos: www.dynostics.com

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