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Vor- und Nachteile von Cyber Fitness

Das Fitnessstudio Sports Place, das Anfang des Jahres in Münster eröffnet hat, wirbt unter anderem mit seinem breiten Angebot an virtueller Fitness. Das komplette Produktportfolio der CyberConcept GmbH wurde in diesem Fitnessstudio installiert: virtuelles Rudern, Radfahren, Crosstraining, Pilates, Tanztraining etc. Hinzu kommt das multimediale Energy+ Konzept von Pavigym ™. Für die Cyber-Fitness-Installationen wurden extra zwei großräumige Bereiche (zusammen haben diese rund 300 Quadratmeter) geschaffen. Ein interaktives Mood-Beleuchtungssystem und ein fantasievoll gestaltetes Wandkonzept unterstützen die Illusion zusätzlich, durch virtuelle Fitness in andere Welten versetzt zu werden.

 Lokalpresse berichtete redaktionell

„Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir unseren Mitgliedern mehr Flexibilität bieten wollten. Wir wollten einfach mehr gute Kurse anbieten als alle anderen Fitnessclubs im Umkreis“, erklärt Sports-Place-Geschäftsführer Carsten Strübbe. Im Falle seines Fitnessstudios ging die Rechnung auf: Virtuelle Fitness ist in Münster ein absolutes Novum und hat dementsprechend auch die Lokalpresse neugierig gemacht. Multimedia als Mitgliedermagnet.
„Wir hatten schon Monate vor der Eröffnung redaktionelle Publikationen in beiden großen Tageszeitungen und im Radio – sehr gutes Marketing zum Start, das ohne Cyber Fitness nicht möglich gewesen wäre. In dieser ersten Phase mussten wir daher noch nicht in Anzeigen investieren“, resümiert Strübbe.
Dieses Glück haben nicht alle Studiobetreiber: In einigen Regionen ist die virtuelle Fitness schon derart etabliert, dass sie nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal funktioniert und dementsprechend auch für das Marketing kaum Wirkung zeigt. Hier ist es für Betreiber eher eine Notwendigkeit, Cyber Fitness anzubieten, um nicht den Anschluss zum Markt zu verlieren.

Vorwurf: mangelnde Interaktion

Trotz des Trends ist virtuelle Fitness in der öffentlichen Diskussion nicht unumstritten. Ein besonders ernst zu nehmender Kritikpunkt ist die mangelnde Interaktion: Digitale Trainer können in der Regel die Mitglieder nicht bei den Bewegungsabläufen korrigieren. Schlechte virtuelle Fitnessangebote gehen über das Problem hinweg und lassen sogar fachfremde Promis die Anleitungen durchführen: In solchen Fällen ist laut Kritiker die Gefahr einer falschen Belastung oder sogar Verletzung groß.
Das Sports Place hat die Lösung für dieses Problem gefunden: Bei einigen der multimedialen Kurse ist ein Trainer aus Fleisch und Blut zugegen, um die Mitglieder individuell zu betreuen und Bewegungsabläufe zu korrigieren. „Normalerweise wird man ja bei Groupfitness gar nicht als Individuum wahrgenommen. Die Cyber-Fitness-Angebote machen das aber bei gleichem Personaleinsatz möglich“, so Strübbe. „Die Trainer gehen regelmäßig an den Cyber-Fitness-Installationen vorbei, um zu schauen, wie sich die Teilnehmer verhalten“ – eine Präventionsmaßnahme, die angesichts der aktuellen Studienlage überflüssig scheint.

Aktuelle Untersuchungen durchweg positiv

Bislang gibt es noch keine wissenschaftliche Studie, die virtuelle Fitness als schädlich, nachteilig oder gefährlich einstuft – ausgenommen sind Sport-Spielekonsolen für den Heimgebrauch. Im Gegenteil sprechen die bisherigen unabhängig durchgeführten Untersuchungen sogar eine deutliche Sprache pro Cyber Fitness: 2011 beobachteten Wissenschaftler der Indiana University über zwölf Wochen das Verhalten der Teilnehmer von Abnehmprogrammen. Dabei wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe führte ein virtuelles Fitnessprogramm durch, die andere ein reelles. Das verblüffende Ergebnis: Beide Gruppen hatten zum Studienende hin die gleiche Menge an Gewicht verloren, aber die Teilnehmer der virtuellen Fitnessprogramme hatten sich mit Blick auf Bewegung und Ernährung langfristig einem signifikant gesünderen, bewussteren Lebensstil zugewendet.
Ebenfalls 2011 publizierte die Michigan State University eine Studie, laut der virtuelle Fitnesspartner und Cyber-Instrukteure einen motivierenden, positiven Einfluss haben. Und laut einer Untersuchung des New Yorker Union College aus dem Jahr 2012 beugt virtuelles Radtraining (Cyber Cycling) Demenzerkrankungen vor und fördert die geistigen Fähigkeiten stärker als das normale Radfahren. Weitere Studien belegen den positiven Einfluss von Cyber-Umgebungen auf kognitive und koordinative Fähigkeiten.

„Sicherheit muss an oberster Stelle stehen“

„Diese Studien sind uns bekannt. Wir nehmen das Thema dennoch sehr ernst – der Markt ist noch zu jung für Langzeitbeobachtungen“, erklärt CyberConcept- Kopf Alexander Krause. Sein Unternehmen versorgt mehr als 300 Fitnessstudios in deutschsprachigen Ländern mit virtuellen Fitnessinstallationen und den dazugehörigen Filmen. „Die Gesundheit und Sicherheit der Studiomitglieder muss an oberster Stelle stehen. Deswegen fokussieren wir nur auf Bewegungsabläufe, bei denen schlimme Fehler praktisch unmöglich sind. Das bedeutet allerdings zum einen, dass wir die Instrukteure sehr intensiv für virtuelle Fitness schulen müssen, und zum anderen auch eine Einschränkung in der Bandbreite der Trainings.“

Angst vor Arbeitsplatzverlust

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Angst vor Massenentlassungen in der Branche. Der Grund dafür: Viele Studiobetreiber erhoffen sich von der virtuellen Fitness neben dem breiteren Kursangebot auch erhebliche Kosteneinsparungen. Durchschnittlich rund 35 Prozent der Studiokosten entfallen in der Regel auf das Personal – Cyber Fitness verspricht, einen großen Teil davon abzuschmelzen. Laut einer Studie von CyberConcept vom Frühjahr hatten 40 Prozent der befragten Studiobetreiber angegeben, dass sich die Wirtschaftlichkeit ihres Studios verbessert habe. Gründe dafür sind schlecht ausgelastete Studioflächen insbesondere während Randzeiten und hohe Aufwendungen für Trainingspersonal vor der Implementierung von Cyber Fitness.
Im Sports Place ist das allerdings anders: Die virtuelle Fitness ergänzt hier das reguläre Livetraining und die individuelle Betreuung durch Personal Trainer. Ein Raum dient gleich zwei Fitnesskonzepten: Virtuelle Fitness und reguläres Livetraining gehen Hand in Hand, sodass die Fläche effektiv genutzt wird.
„An Personalkosten haben wir nicht gespart – darum ging es nicht. Der Kontakt Mensch zu Mensch ist eh unersetzlich – die Technik ist lediglich ein Hilfsmittel“, erläutert Strübbe. Sein Club bietet 575 Kurse pro Woche an – eine Zahl, die ohne virtuelle Fitness undenkbar wäre. „Wir machen hier die Erfahrung, dass die virtuellen Kurse das Livekursangebot anfüttern. Beispielsweise Anfänger, die Angst vor einem „echten“ Kurs haben, machen sich über Cyber Fitness erst einmal mit Übungen und Bewegungsabläufen vertraut – und gehen dann in einen Livekurs. Unsere Kursleiter haben dementsprechend vollere Kurse – mehr Gäste“, so Strübbe.
„Das deckt sich auch mit unserer Erfahrung. Es gibt eine positive Verbindung zwischen virtuellem und Livetraining bei fast all unseren Lizenznehmern“, so Krause.
Belastbare Zahlen zu Arbeitsmarktbewegungen aufgrund virtueller Fitness gibt es bislang noch nicht.

„Wir sind sehr zufrieden“

Kosteneinsparungen hin oder her: Für Studiobetreiber wie Strübbe ist in erster Linie interessant, wie die virtuelle Fitness bei den Mitgliedern ankommt und welche Anziehungskraft sie auf Besucher und Gäste hat. „Wir sind sehr zufrieden“, so Strübbe. „Die Installationen sind regelmäßig gut besetzt, sie passen in unsere Philosophie – und bei unserem Tag der offenen Tür standen die Schaulustigen vor den Cyber-Fitness-Trainings manchmal sogar Schlange."
Markus Köller

Clubangaben

Kontaktadresse: Sports Place GmbH, Dieckstraße 71–75, 48145 Münster www. sportsplace.de
Gründungsjahr: 2015
Mitarbeiterzahl fest: 8
Mitarbeiterzahl frei: 10
Quadratmeter gesamt: 2.000
Quadratmeter Groupfitness: 250
Lage (geografisch): Münster-Maritz, NRW
Positionierung: Premium Fitness
Beschreibung: Im Sports Place erwartet die Mitglieder die Verbindung von Hightech, Trainingskompetenz, Wohlfühlatmosphäre und individueller Betreuung. Das Team besteht aus erfahrenen Sportwissenschaftlern, Personal Trainern, Designern und Clubleitern. Für das Sports Place wurde ein ganzheitliches Konzept kreiert: Es beginnt bei der Analyse des Körpers und der individuellen Zielsetzung jedes Mitglieds und endet bei der richtigen Ernährung.

Dipl.-Volkswirt und Autor Markus Köller schreibt regelmäßig Artikel zu Gesundheits- und Fitnessthemen für diverse internationale Magazine und bloggt auf mehreren englischsprachigen Portalen. Mit seinem Unternehmen DIE LOUNGE, Münster, betreut und berät er mittelständische und große Unternehmen aus den Bereichen Fitness und Health Care.

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