We help children e.V. & Kinderrheumastiftung

Die Kinderrheumastiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebenssituation rheumakranker Kinder langfristig zu verbessern und ein neues Bewusstsein und Verständnis für Kinderrheuma zu schaffen. Die Stiftung engagiert sich insbesondere in der Aufklärung über diese heimtückische Krankheit, damit Rheuma bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Spenden zu Gunsten der Kinderrheumastiftung werden immer noch entgegengenommen. Unterstützen auch Sie die Spendenaktion von We help Children e.V. und gewinnen Sie das Fun- Kraftgerät „Pimp my Gym“ (Spendenquittungen werden ausgestellt).
Infos: www.we-help-children.de

 

Rosi Mittermaier im body LIFE-Interview

Am 5. November wird Willi Härzer (WHL) im Rahmen der body LIFE-Award-Verleihung Rosi Mittermaier einen Scheck für die Kinderrheumastiftung übergeben. Mit seinem Verein „We help Children“ war er in den vergangenen Monaten aktiv auf Spendensuche. Welcher Betrag zusammengekommen ist, wird noch nicht verraten. Fest steht: Jeder Euro wird im Kampf gegen die heimtückische Krankheit benötigt.

body LIFE: Die Fitnessbranche und der Verein „We help Children“ unterstützen die Kinderrheumastiftung. Welche Pläne oder Projekte sind dort aktuell in Arbeit und in welcher Form sollen diese mit Hilfe der Spenden unterstützt werden? Rosi Mittermaier: Ein Thema, das uns gerade im nächsten Jahr besonders am Herzen liegen wird, ist der Bereich der Fitness und der Bewegung. Gerade die Beweglichkeit ist für junge Menschen etwas ganz Wichtiges und für die persönliche Entwicklung von immens großer Bedeutung. Man geht heute davon aus, dass etwa die Hälfte der chronischen rheumatischen Erkrankungen bei konsequenter Therapie innerhalb von fünf bis zehn Jahren zur Ruhe gebracht werden können. Daher unterstützen wir auch wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung dieser Krankheit und fördern neue therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung der erkrankten Kinder.
body LIFE: Mehr als 50.000 Kinder sind in Deutschland von Rheuma betroffen. Wie macht sich die Krankheit bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar?
Rosi Mittermaier: Rheuma kann sich bei Kindern in ganz unterschiedlicher Weise bemerkbar machen. Das macht diese Krankheit auch so heimtückisch und für einen behandelnden Arzt so schwierig, Rheuma bei Kindern zu diagnostizieren. Es gibt einige allgemeine Hinweise, die auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen können: z.B. Veränderungen in der Bewegung wie humpeln oder hinken; auch, dass kleine Kinder wieder getragen werden wollen, bzw. dass sie langsamer werden in ihren Bewegungsabläufen. Da die Krankheit so vielschichtig ist, kann man sich natürlich nicht nur auf äußere Merkmale beschränken. Bei unseren Besuchen in den Kliniken haben wir viele Kinder kennengelernt, die lernen mussten mit therapeutischen Hilsmitteln, wie z.B. Handschienen, zu leben. Teilweise benötigen sie aber auch Stützen, oder spezielle Therapieroller, die ihnen helfen, beim Laufen die Gelenke zu entlasten. body LIFE: Was muss im Umgang mit kleinen Rheumapatienten beachtet werden?
Rosi Mittermaier: Die Diagnose „Kinderrheuma“ bedeutet für die betroffenen Kinder und Jugendlichen einen gravierenden Einschnitt, wiederkehrende und oftmals langanhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Kinder können nicht mehr im normalen Umfang am Alltag teilnehmen. Die kleinen Patienten haben nicht nur mit ihrer Krankheit und den körperlichen und psychischen Folgen zu kämpfen, sondern leiden erheblich unter der Unwissenheit ihrer Umwelt und der sozialen Isolation. Zum einen müssen sie sich immer wieder anhören, dass Rheuma doch nur bei alten Menschen vorkommt, zum anderen werden sie mit ihrer Krankheit oftmals nicht ernst genommen: Gelenkschmerzen sind auf den ersten Blick nicht äußerlich erkennbar, daher wird die Krankheit häufig heruntergespielt und man hält die Kinder für Drückeberger und Angsthasen. Bei unseren Besuchen in den unterschiedlichen Kliniken, haben wir viele betroffene „Rheumakids“ kennengelernt und gemerkt, wie wichtig es ist, dass diese Kinder Unterstützung und Motivation erfahren und, dass auch den Familien der Rücken gestärkt wird.
body LIFE: Inwiefern kommen Bewegungsmaßnahmen in der Therapie zum Einsatz und um welche Formen handelt es sich dabei?
Rosi Mittermaier: Therapien müssen konsequent und häufig auch auf lange Sicht in den Tagesablauf bei rheumakranken Kindern eingebunden werden. Dieses kann ganz unterschiedlich erfolgen und muss auf den einzelnen Patienten mit seiner individuellen rheumatischen Krankheit ausgerichtet werden. Dieses sind einerseits klassische physio- und ergotherapeutische Maßnahmen, aber auch spezielle Therapien, wie z.B. die Hippotherapie, werden erfolgreich eingesetzt. Unter therapeutischer Anleitung können die Kinder gezielt an für sie vielleicht neue Sportarten herangeführt werden, um ihnen zu helfen, ihre Angst vor weiteren Schmerzen bei der Bewegung zu überwinden. Uns fasziniert es beispielsweise immer wieder, zu sehen, wie sich die Kinder von einer Idee begeistern lassen, wie etwa unser letztes gemeinsames Nordic Walken in der Klinik in Garmisch- Partenkirchen, und dabei fast ihre Krankheit vergessen. Für uns ist das die Bestätigung, wie wichtig sportliche Aktivitäten, gerade auch bei einer Erkrankung, sein können.
body LIFE: Gibt es bereits Kooperationen/Synergien zu gesundheitsorientierten Fitnesseinrichtungen?
Rosi Mittermaier: Seitens der Kinderrheumastiftung ist dieses die erste Kooperation und daher ein Pilotprojekt. Wir möchten dieses jedoch gerne bundesweit ausbauen. Bewegung, Sport und damit auch Fitness sind unverzichtbare, besonders wichtige Bestandteile unseres Lebens. Sport macht nicht nur Freude, sondern er gibt auch Freunde! Er ist daher ein wichtiges Medium zur gesellschaftlichen Integration und für junge Menschen besonders wichtig. Daher wäre es natürlich fantastisch, wenn wir speziell in der Fitness- und Gesundheitsbranche noch weitere Partner finden, die uns in unserem Anliegen unterstützen.
body LIFE: Was sind Ihre persönlichen Gründe, sich so stark für die Kinderrheumastiftung zu engagieren?
Rosi Mittermaier: Wir selber haben zwei gesunde Kinder. Daher engagieren wir uns sehr gerne und insbesondere für rheumakranke Kinder und Jugendliche. Es freut uns immer wieder, wenn wir dazu beitragen können, dass wir gerade diesen Kindern und Jugendlichen wieder mehr Spaß an der Bewegung vermitteln können.

Wenn jeder Schritt schmerzt

Kleine Rheumapatienten bekommen Unterstützung aus der Fitnessbranche. Elisabeth H., der kleine Blondschopf aus Bayern, ist mittlerweile elf Jahre alt. Ein wahres Energiebündel. Das war nicht immer so. Im Alter von zwei Jahren bekamen sie und ihre Familie eine niederschmetternde Diagnose: Elisabeth leide unter Polyarthritis.

Alleine in Deutschland gibt es 50.000 Kinder und Jugendliche, die an Rheuma in unterschiedlichster Form erkrankt sind. Jährlich kommen etwa 1.000 Neuerkrankungen hinzu. Es trifft Kinder in jedem Alter. Die Jüngsten sind erst 1 Jahr alt. Sie können noch nicht sagen, dass sie Schmerzen haben. Erst wenn sie sich plötzlich anders bewegen oder getragen werden wollen, spüren die Eltern, dass hier etwas nicht stimmt. Aufmerksame Eltern beobachten bei ihren Kindern eine abnorme Haltung der erkrankten Gelenke. Schmerzarme Schonhaltungen sind die Folge.

Schnelle Hilfe
Um der Entstehung von Gelenkfehlstellungen oder gar Deformität oder Behinderung entgegenzuwirken, ist es wichtig, schnell zu handeln und therapeutisch aktiv zu werden. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen der Kinder. Etwa die Hälfte der chronisch rheumatischen Erkrankungen können mit konsequenter medikamentöser und krankengymnastischer Therapie innerhalb von fünf bis zehn Jahren zur Ruhe gebracht werden. So wie bei Elisabeth. Sie hatte Glück. Ihre therapeutischen Maßnahmen wurden von der Kinderrheumastiftung e.V. unterstützt. Schirmherrin der im März 2000 gegründeten Stiftung ist Ski-Fahrerlegende Rosi Mittermeier. Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit stehen die drei Bereiche Aufklärung, Forschung, Therapie. Beispielsweise in Form von Hilfsmitteln, die die Stiftung den stationären Rheuma-Zentren in ganz Deutschland zur Verfügung stellt.

Projekte der Stiftung
Anfang 2006 unterstützte die Stiftung beispielsweise das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch- Partenkirchen mit der Einrichtung eines Bewegungsanalyselabors. Damit kann modellhaft die Bewegung der kleinen Patienten berechnet werden. Diese und weitere Fördermaßnahmen der Stiftung erlauben es den Kindern, ihren Bewegungsradius wieder zu vergrößern. Im Fall von Elisabeth war dies ein einfacher Sitzroller.

Charity-Aktion von WHL
Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat das Leasingunternehmen WHL jetzt den Verein „We help Children e.V.“ gegründet. In 2009 will der Verein die Kinderrheumastiftung mit Spendengeldern in Höhe von 50.000 Euro unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist auch die Mithilfe der Fitnessbranche notwendig. Gespendet werden können Beträge ab 100 Euro, für die auch Spendequittungen ausgestellt werden. Die Teilnahme lohnt sich: Unter allen Spendern wird das WHL-Fun- Fitnessgerät „Pimp my Gym“ verlost. Die Verleihung findet im Rahmen des body LIFE- Awards am 05. November statt.