Was ist Ihr Geschäftsmodell?

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In der Fitnessbranche schießen neue Fitnessanbieter wie Pilze aus dem Boden. Die Zahl klassischer Fitnesseinrichtungen steigt, aber auch Anbieter mit neuen Geschäftsmodellen drängen auf den Markt und kämpfen um die Gunst der Kunden. Allein im Jahr 2015 ist in Deutschland die Anzahl an Fitnessstudios im Vergleich zum Vorjahr um 3,8% angestiegen. Verstärkt wird die Wettbewerbssituation zudem durch gänzlich neue Geschäftsmodelle aus dem digitalen Umfeld (z.B. Freeletics), die plötzlich mit gängigen Fitnessangeboten konkurrieren und etablierten Unternehmen zur Gefahr werden.

Innovative Werkzeuge für erfolgreiche Unternehmen

Einige neue Unternehmen scheitern, andere starten richtig durch. Manche seit Jahren bestehende Unternehmen halten sich am Markt, andere stürzen in die Insolvenz. Doch was entscheidet über Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung? Die meisten Unternehmen scheitern schlichtweg, weil sie ein unpassendes Geschäftsmodell haben. Dies belegen Forscher, die 200 Start-ups hinsichtlich der Gründe ihres Scheiterns analysiert haben (Truong, 2016). Sie hatten Geschäftsmodelle, die am Markt durch veränderte Rahmenbedingungen oder neue, innovative Mitstreiter nicht überlebensfähig waren. Auch die Fitnessbranche kennt neuartige Geschäftsmodelle, die den Markt nachhaltig verändert haben. Die ersten Discountstudios sowie EMS-Anbieter, aber auch der neuste Trend der Boutique Studios in den USA sind Beispiele dafür. Die Wahl des richtigen Geschäftsmodells bzw. die stete Anpassung und Verbesserung bestehender Geschäftsmodelle stellt somit einen entscheidenden Faktor für den Erfolg einer Unternehmung dar. Doch wie beschreibt man sein bzw. ein Geschäftsmodell?

Was ist Ihr Geschäftsmodell?

Abbildung 1: Die neun Bausteine der Business Model Canvas

Können Sie sich mit Ihrer Antwort auf die Frage deutlich von den Antworten Ihrer Mitbewerber abgrenzen? In der Regel fällt es schwer, das eigene Geschäftsmodell klar und umfassend zu beschreiben. Es fehlte bislang an einer einheitlichen Auassung, einer gemeinsamen Sprache.Die Business Model Canvas (BMC), entwickelt von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, liefert diese gemeinsame Sprache im Rahmen eines visuellen Modells. Dieses visuelle Modell ermöglicht es, Geschäftsmodelle einfach und für jeden verständlich zu beschreiben und das Unternehmen als Ganzes zu verstehen. Die Basis bilden neun einzelne Bausteine, die aufzeigen, aufgrund welcher Zusammenhänge ein Unternehmen für seine Kunden Wert schaen und somit Geld verdienen kann und welche strukturellen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Abbildung 1 liefert eine Übersicht über die einzelnen Bausteine. deren Inhalte und Zusammenhänge.

Das Tool in der Praxis einsetzen

Abbildung 2: BMC – beispielhaftes Geschäftsmodell eines Fitnessstudios im Discountsegment
Abbildung 3: BMC – beispielhaftes Geschäftsmodell eines Fitnessstudios im Premiumsegment

Durch die einfache Struktur der Business Model Canvas ist es möglich, alle wesentlichen Aspekte und Zusammenhänge eines Unternehmens visuell und verständlich darzustellen. Alles, was man braucht, ist ein Blatt Papier, den eingezeichneten Canvas, Post-its sowie das Wissen, wie die einzelnen Bausteine im Geschäftsmodell gestaltet sind. Bspw. könnte ein mögliches Geschäftsmodell eines Fitnessstudios im Discountsegment folgendermaßen dargestellt werden: s. Abbildung 2. Im Vergleich hierzu ein mögliches Geschäftsmodell eines Fitnessstudios im Premiumsegment: s. Abbildung 3. Wie in den beiden Canvasas zu sehen ist, unterscheiden sich die beiden Geschäftsmodelle in verschiedenen Bausteinen.

Vielfältig einsetzbar

Schon kleine Unterschiede zwischen einzelnen Geschäftsmodellen können in der Praxis, insbesondere bei hohem Wettbewerbsdruck, weitreichende Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Die BMC unterstützt Sie dabei, das eigene Geschäftsmodell zu reflektieren, Stärken und Schwächen zu identifizieren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einzelnen Geschäftsmodellen herauszuarbeiten und neue Strategien zu entwickeln, um die eigene Unternehmung zu verbessern und sich von Mitbewerbern abzuheben. In der Praxis ist dies z.B. möglich, indem man ein weiteres Kundensegment identifiziert und dieses mit neuen Wertangeboten bedient. Dabei gilt es zu überlegen, über welche Kanäle es erreicht werden soll und wie daraus Einnahmen generiert werden können.

Roman Spitko ist Master in Commercial Law und Betriebswirt. Er ist Fachleiter Management an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie der BSA-Akademie (www.dhfpg- bsa.de).

Thorsten Clemann, B.A. Betriebswirtschaftslehre, ist Dozent, Autor und Tutor der DHf- PG/BSA.

99 Prozent der Jugend sind digital

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Generation Y: moderne Ansprüche an Arbeit und Führung

Das ist eines der Ergebnisse der Shell-Jugendstudie von 2015. Dies zeigt eine entscheidende Veränderung und verdeutlicht, wie wichtig es ist, bei dem Kulturwandel, der in Deutschland stattfindet, die Generation der „Digital Natives“ in Unternehmen auf Augenhöhe mit einzubinden – nicht nur aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels, sondern auch aufgrund der Deutungshoheit, die die Jugend über das Internet besitzt.

Bis 2025 herum werden die Babyboomer, die heute 50- bis Mitte-60-Jährigen, in Rente gegangen sein. Dadurch wird eine riesige Lücke an Arbeitsstellen entstehen, die die Unternehmen nachbesetzen müssen. Sie werden es aber nicht können! Weil es in Deutschland zu wenig Nachwuchs gibt. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weg vom Arbeitgebermarkt hin zu einem Bewerbermarkt. Das Talentmanagement und die Geschäftsleitung großer Unternehmen beschäftigen sich bereits intensiv damit. Es ist eines der heiß diskutierten Themen in der deutschen Wirtschaft. Dabei gibt es ein großes Problem: Die Babyboomer, die häufig in den Entscheiderpositionen sitzen, verstehen die jungen Generationen noch nicht genug. Doch gerade die Generation Y (die heute 20- bis Mitte-30-Jährigen) und auch die nachrückende Generation Z (die heute unter 20-Jährigen) haben eigene Bedürfnisse und Anforderungen an ihren Job. Um das Denken und Handeln junger Menschen nachvollziehen zu können, müssen auch die gesellschaftlichen Trends Beachtung finden. Denn junge Menschen sind ein wichtiger Treiber für den Kulturwandel, der die Gesellschaft Maund auch die Arbeitswelt durchläuft. Nachfolgend werden einige zentrale Trends vorgestellt:

#01 Konnektivität

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Die Jugend lebt digital, ist 24/7 online und mit anderen vernetzt! Als Vorreiter des digitalen Wandels treibt sie die Dynamik und Komplexität an. In der Arbeitswelt erwartet sie netzwerkartige Informations- und Kommunikationsarchitekturen. Sie strebt nach Austausch, Verbundenheit und Teamarbeit, sowohl digital als auch analog. Deshalb lehnt sie meist stark hierarchisch geprägte Strukturen ab. Sie fordert eine offene Kommunikationskultur auf Augenhöhe – unabhängig von Alter, Titel und Position – und strebt nach mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Vertrauen. Sie will mitreden, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Wer dies nicht beherzigt, stößt bei den Digital Natives auf Widerstand und fühlt sich möglicherweise auf den Schlips getreten, wenn jene mal ein Feedback geben nach dem Motto: „Chef, ich finde, wir könnten die Quartalsergebnisse mal etwas interessanter präsentieren“, oder langjährige Gewohnheiten hinterfragen wie: „Warum kommunizieren wir immer noch per Mail und nicht schon über eine Social-Intranet-Plattform?“

#02 SilverSociety

Die einzig wachsenden Generationen sind die Über-60- und Über-80-Jährigen. Die Alterspyramide verändert sich zum Altersdöner. Heute sind die 60-Jährigen allerdings nicht mehr vergleichbar mit den 60-Jährigen vor 20 Jahren. Sie fühlen sich deutlich jünger und verhalten sich auch so. Diese Tatsache muss auch in den Unternehmen ankommen. Richten Sie Ihren Fokus nicht nur auf die Jungen, sondern auch auf die Erfahrenen. Es sind die Babyboomer, die Lebens- und Berufserfahrung in Entscheidungen einbringen, von denen die Jungen profitieren können. Schaffen Sie einen Generationen-Mix und fördern Sie den übergreifenden Lernprozess.

#03 Gesundheit

Während das Gesundheitswesen derzeit darauf ausgelegt ist, Menschen zu rehabilitieren, wird es zukünftig darum gehen, sich vor Krankheiten zu schützen. Denn die ältere Generation will ihre Gesundheit erhalten und bis ins hohe Alter leistungsfähig und aktiv sein. Auch die Jugend ist wie nie zuvor von einem gesundheitsbewussten Lebensstil geprägt. Deshalb ist für junge Menschen auch die Balance zwischen Arbeit und Freizeit immanent wichtig. Das Motto der Jugend: Arbeitszeit = Lebenszeit. Junge Menschen wollen nicht erst nach 17 Uhr mit dem Spaß im Leben beginnen und sich für den Job aufopfern. Während die Babyboomer durch den Glaubenssatz geprägt sind: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen", haben die Helikopter-Eltern den Digital Natives mit auf den Weg gegeben: "Macht, was euch Spaß macht, privat und beruflich."

#04 Ewiges Lernen

"Mach Abi, geh zur Uni, dann hast du einen sicheren Job fürs Leben", diese Aussage hat mit der Realität nichts mehr zu tun. Die Internationalisierung ökonomischer Beziehungen fördert den Wettbewerb und somit den Leistungsanspruch. Darüber hinaus führt die Automatisierung von Arbeitsabläufen zu einem Rückgang von Routinetätigkeiten und steigert die Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften. Lebenslanges Lernen wird zu einem wichtigen Faktor, um in einem zunehmend unsicheren Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ermöglichen Sie jungen Menschen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Ihre Wechselbereitschaft ist höher als bei vorherigen Generationen. Vor allem, wenn sie das Gefühl haben, man nimmt sie nicht ernst, gibt keine Verantwortung an sie ab und entwickelt sie nicht kontinuierlich weiter.

#05 Führung vs. Management

In Unternehmen gibt es oftmals historisch bedingt mehr Manager als Führungspersönlichkeiten. Digital Natives erwarten aber mehr Führung als Management. Das sollten Menschen sein, die

a) Menschen mögen,

b) talentiert sind, Menschen zu führen, deren Potenziale zu erkennen und zu entwickeln und

c) Menschen für Visionen begeistern können.

Persönliches Coaching wird zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Führung. Deshalb: Machen Sie sich auf die Suche nach Führungstalenten und bilden Sie diese systematisch aus!

#06 Biopsychosoziale Führung

Unabhängig von Generationen, fühlen sich Erwerbstätige nicht ausreichend wertgeschätzt. Die Motivation lässt zu wünschen übrig (siehe Gallup-Engagement- Index oder die neue Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter www.arbeitenviernull.de). Im Gegenteil, Mitarbeiter fühlen sich ausgelaugt. Der Wunsch nach mehr Lob, Anerkennung und Mitspracherecht steigt. Vor allem die Digital Natives setzen das bei Führungskräften voraus. Sie wollen gefördert werden und sich weiterentwickeln und erwarten eine Kommunikation auf Augenhöhe. Überlegen Sie sich als Führungskraft, wie Sie auf die Grundbedürfnisse Ihrer Mitarbeiter mehr eingehen: eigene Kompetenzen einbringen, mehr Selbstbestimmung der Mitarbeiter und ein aktiver Austausch mit anderen.

Dr. Steffi Burkhart

Dr. Steffi Burkhart ist professionelle Speakerin, Trainerin und Autorin (ihr aktuelles Buch: "Die spinnen, die Jungen! Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y") zum Thema "Gewinnung und Bindung junger Bewerber/ Mitarbeiter". Die promovierte Sportwissenschaftlerin ist Dozentin an der HMKW Köln im Bereich Wirtschaftspsychologie.

Aufstiegskongress 2016: Jetzt anmelden!

Das Hauptthema des Aufstiegskongresses lautet in diesem Jahr „Life is movement“

Am 7. und 8. Oktober 2016 findet zum zehnten Mal der Aufstiegskongress als offener Fachkongress der Zukunftsbranche statt. Vorträge mit Anregungen für den Beruf aus den Themengebieten „Management“, „Training“, „Coaching“, „Ernährung“, „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und „Sportmanagement“ locken Fach- und Führungskräfte nach Mannheim.

Inspiration durch erfolgreiche Konzepte, aktuelles Fachwissen und viel Raum, um das berufliche Netzwerk zu pflegen und zu erweitern, dies alles macht den Aufstiegskongress zur Ideenschmiede für die tägliche Arbeit. Das umfangreiche Rahmenprogramm mit Kongressparty und Partnerausstellung komplettiert das Programm des Fachkongresses, der von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und der BSA-Akademie organisiert wird. In diesem Jahr lautet das Hauptthema „Life is movement“. Dabei steht sowohl der gesundheitliche Aspekt von Bewegung im Mittelpunkt als auch die Tatsache, dass Unternehmen immer in „Bewegung“ bleiben müssen, um erfolgreich zu sein.

Bewegende Vorträge am ersten Kongresstag

Den Auftakt des Kongresses 2016 bildet ein Vortrag zur Einführung des Hauptthemas „Life is movement“. Danach folgt ein Referat über Entwicklungen in der Zukunftsbranche Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit: Was hat funktioniert, was nicht und was können Fach- und Führungskräfte daraus lernen? Im Anschluss werden Branchenexperten die Entwicklungen, angereichert mit ihrer Erfahrung, in einer Diskussionsrunde aufgreifen. Roman Spitko, Master of Laws und Dipl.-Kaufmann, Fachbereichsleiter Management und Dozent der DHfPG, wird dann verschiedene innovative Managementwerkzeuge vorstellen, wie z.B. „Business Model Canvas“, „Value Proposition Design“ und „Lean Start up-Methode“. Diese sind agile, praxisnahe, einfache, innovative und weltweit bewährte Methoden, um in Unternehmen die Grundlagen für neue und attraktive Wachstumsmotoren zu schaffen. Im Anschluss präsentieren Studierende und Absolventen der DHfPG erfolgreich umgesetzte Konzepte im „Nachwuchsforum“. Den Abschluss bildet ein Referat zum Thema „Werteorientierte Führung“, in dem der Umgang mit Mitarbeitern dargestellt wird, die der maßgebliche Faktor für Qualität sind.

In den Fachforen erhalten die Teilnehmer Praxistipps

 Den Auftakt des zweiten Tages bildet ein Vortrag über die veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt. Worauf Unternehmer bei der Personalsuche achten müssen und welche Anforderungen Fach- und Führungskräfte an das Unternehmen stellen, sind nur zwei Fragen von vielen, die beantwortet werden. Auch die Fachforen „Management“, „Coaching“, „Training“, „Sportmanagement“, „Ernährung“ und „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ finden wieder statt. Zum Abschluss wird ein Bogen zum Hauptthema des Kongressprogramms gespannt und den Teilnehmern werden klare Praxistipps mit auf den Weg gegeben. Die weiteren Referenten und Inhalte werden nach und nach veröffentlicht.

Infos: www.aufstiegskongress.de