Erstes und exklusives Interview mit dem neuen CFO Dr. Jobst Müller-Trimbusch von all inclusive Fitness.
Seine Agenda ist klar: weiteres nationales Wachstum ermöglichen, die Internationalisierung vorantreiben und gleichzeitig Strukturen, Prozesse und finanzielle Stabilität mit dem Expansionstempo Schritt halten lassen.
bodyLIFE Medien: Sie wechseln von der Co-CEO-Position bei der RSG Group zurück in eine CFO-Rolle. Was reizt Sie persönlich an all inclusive Fitness – und wo sehen Sie den größten Hebel für die nächste Wachstumsphase?
Dr. Jobst Müller-Trimbusch: In meiner neuen Rolle bei all inclusive Fitness erwartet mich eine äußert spannende Entwicklungsphase in einem durch und durch unternehmerisch geprägten Umfeld. Das Thema „Wachstum“ steht selbstverständlich ganz weit oben auf der Agenda. all inclusvie Fitness hat bereits in den vergangenen Jahren bewiesen, dass selbst in einem hoch kompetitiven Markt wie Deutschland noch erhebliche Wachstumspotentiale bestehen. Entscheidend dafür ist auf der einen Seite natürlich ein attraktives Angebot, das den immer spezifischeren Ansprüchen der Kunden genügt. Genauso wichtig ist aber – und das wird oft vergessen – dass die Organisation dem hohen Wachstumstempo standhält. Die Freude und Identifikation aller Kolleginnen und Kollegen mit dem Produkt und dem Team, die ich hier vorfinde, sind wirklich beeindruckend. Für die nächste Wachstumsphase geht es darum, diese Stärken konsequent weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit Stephan Schulan und dem gesamten Team wollen wir die Voraussetzungen schaffen, um weiteres nationales Wachstum erfolgreich zu gestalten, die Internationalisierung voranzutreiben und dabei die hohe Qualität des Angebots für unsere Mitglieder dauerhaft zu sichern.
Sie haben die RSG Group in einer außergewöhnlich anspruchsvollen Übergangsphase mitgeführt und dabei den Fokus auf Kerngeschäft und Ertragskraft geschärft. Was haben Sie in dieser Zeit über die Balance zwischen Wachstum, Stabilität und Profitabilität gelernt?
Es wäre vermessen, am Beispiel der RSG eine Vorlesungsstunde über den gesunden Mix von unternehmerischem Risiko und Stabilität zu entwerfen. Die Voraussetzungen, die Herausforderungen und die what-ifs dort waren andere als sie es hier sind. Grundsätzlich denke ich, dass Risiko und Erfolg immer im Doppelpack kommen. Am Kapitalmarkt gibt es nicht umsonst die alte Binsenweisheit, die sagt „there is no free lunch“. Jede Wachstumsphase bringt neue Chancen mit sich, aber auch neue ganz eigene Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, mutige Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig die finanzielle Stabilität des Unternehmens im Blick zu behalten.
Persönlich bin ich ein großer Freund von kalkuliertem Risiko. Wachstum braucht Investitionen, aber eben auch die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen.
Bei der RSG Group haben Sie zuletzt auch die internationale Expansion von McFIT über ein Franchise-Modell begleitet. Nun gehört die Internationalisierung von all inclusive Fitness zu Ihren Aufgaben. Welche Voraussetzungen müssen geschaffen sein, damit dieser Schritt nachhaltig gelingt?
Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen im Heimatmarkt. Dennoch ticken Märkte und vor allem Kunden weltweit nicht im selben Takt. Es gibt viele regionale Besonderheiten, die man auf keinen Fall ignorieren darf. Es gibt genügend Beispiele für gescheiterte Markteintritte, die häufig einen simplen Grund hatten: Der Markt hat nicht auf einen weiteren Teilnehmer gewartet. Wir prüfen insbesondere im internationalen Umfeld, wie sich Wettbewerbsbedingungen verändern und welche Stärken es all inclusive Fitness erlauben, sich von der Konkurrenz abzuheben. Gerade im Kontext einer Internationalisierungsstrategie bedarf es einer langfristigen Perspektive.
Für all inclusive Fitness geht es deshalb nicht darum, Wachstum um jeden Preis zu verfolgen. Entscheidend ist vielmehr, die Märkte auszuwählen, in denen unser Konzept einen echten Mehrwert bietet und langfristig erfolgreich sein kann.
Das Unternehmen verfügt über viele Stärken, die uns dabei helfen werden: eine starke Marke, ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis, moderne Studios und viel Erfahrung im Growth-Management. Auf dieser Basis können wir die nächsten Schritte mit der notwendigen Sorgfalt und gleichzeitig mit der erforderlichen Ambition angehen.
Ihre Laufbahn reicht von Goldman Sachs und der Deutschen Börse über Banken bis zu schnell wachsenden Unternehmen wie Contorion und Lumaland. Was ist bei einer Fitnesskette in der heutigen Größenordnung die größere Herausforderung: ausreichend Kapital für weiteres Wachstum bereitzustellen oder Strukturen, Controlling und Prozesse genauso schnell mitwachsen zu lassen?
Es ist ein ganz klares „sowohl-als-auch“. Die Finanzierungsbedingungen für erfolgreiche Unternehmen sind in der Fitnessbranche aktuell so gut wie nie. Es gibt wenige Branchen, denen die Analysepropheten auch in Zukunft so stabile Wachstumsprognosen zusprechen wie der unseren. Entscheidend für die Gewinner dieser Entwicklung wird aber sein, wie gut es gelingt, Wachstum organisatorisch zu begleiten. Das ist gleichzeitig Dauerbeschäftigung und notwendige Bedingung. Interne Abläufe müssen ständig und laufenden hinterfragt und weiterentwickelt werden – gerade in einem Markt, der sich stark konsolidiert und mit „externem Kapital“ arbeitet. Auch hier gilt „there is no free lunch“. Investoren verwalten in der Regel auch nur fremdes Geld. Wenn die Renditen nicht mehr passen, werden die Sitzungen tendenziell unlustiger.
all inclusive Fitness setzt dieses „sowohl-als-auch“ schon heute sehr erfolgreich um. Meine Aufgabe wird es sein, gemeinsam mit dem Team sicherzustellen, dass Strukturen, Prozesse und Steuerungsinstrumente weiterhin mit den ambitionierten Wachstumszielen Schritt halten und weiteres Wachstum nachhaltig ermöglichen.
Wie verstehen Sie Ihre Rolle an der Seite von Stephan Schulan – und woran würden Sie in zwei oder drei Jahren festmachen, dass Ihr Einstieg bei all inclusive Fitness erfolgreich war?
Stephan Schulan ist das Gesicht von all inclusive Fitness. Er hat all inclusive Fitness gemeinsam mit seinem Team zu einem der dynamischsten Unternehmen der Branche entwickelt. Stephan ist sicherlich der wichtigste Grund dafür gewesen, dass ich mich für diese neue Rolle entschieden habe. Ich verstehe meine Rolle als Sparringspartner für alle wirtschaftlichen und strategischen Fragestellungen. Ein gutes Managementteam besteht aus unterschiedlichen Kompetenzen und Perspektiven, aber einem gemeinsamen Ziel und derselben Sprache. Genau dieses Verständnis verbinde ich mit unserer Zusammenarbeit, Stephan und ich passen da gut zusammen. Es fühlt sich ein wenig an wie ein „déjà-vu“. Rainer Schaller hat mich abwechselnd „Erbsenzähler“ oder „Geheimwaffe“ genannt. In beiden Rollen habe ich mich nicht unwohl gefühlt – und ich freue mich auch darauf, sie wieder einnehmen zu dürfen.
Erfolgreich ist mein Einstieg bei all inclusive Fitness genau dann gewesen, wenn ich dasselbe auch noch in 5 Jahren behaupte.
Foto ©all inclusive FITNESS







